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Schlagersängerin gibt Einblicke "Die immer lacht"? Kerstin Ott ganz offen: "Ich bin in eine Depression abgerutscht"

Die Spielsucht, den Alkohol und auch die Zigaretten hat Sängerin Kerstin Ott hinter sich gelassen. Nun spricht sie offen über ihre Depressionen.

Von DUR 03.04.2025, 16:38
Kerstin Ott spricht offen über ihre Depression.
Kerstin Ott spricht offen über ihre Depression. (Foto: Imago/Eventpress)

Leipzig. - Der Song "Die immer lacht" war für Kerstin Ott der Startschuss, ihrer großen Leidenschaft, der Musik zu folgen. Das Youtube-Video der heute 43-Jährigen ging viral und veränderte das Leben der gelernten Malerin und Lackiererin für immer.

Den Song nahm Ott schon im Jahr 2005 auf. Bekannt wurde er aber erst zehn Jahre später durch einen Party-Remix von Stereoact, der 2016 bis auf Platz zwei in den deutschen und österreichischen Charts stieg.

Kerstin Ott war spielsüchtig, rauchte und trank Alkohol

Doch was damals nur wenige wussten: Zu diesem Zeitpunkt war Ott bereits spielsüchtig. Trotz der Unterstützung ihrer Frau Karolina begann sie, Alkohol zu trinken und Zigaretten zu rauchen, um ihre Nerven für die vielen Auftritte zu beruhigen. Von all diesen Süchten hat sich die Sängerin inzwischen losgesagt.

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Mit dem Rauchen aufzuhören, fiel ihr am schwersten. „Ich habe seit 30 Jahren geraucht; es war schwierig, das aufzugeben“, gibt sie zu. „Ich hatte sehr zu kämpfen, habe Nikotinkaugummis gekaut. Denn gerade in stressigen Situationen war es eine Gewohnheit von mir, zu rauchen.“

Musikerin kämpft mit Depression

Der Sieg über die Sucht ließ sie jedoch nicht so glücklich und gesund zurück, wie sie ursprünglich erwartet hatte. Im Podcast "Hörbar Rust" spricht Kerstin Ott über den Höhepunkt ihrer depressiven Phase: "Ich bin in eine Depression abgerutscht, die extrem dunkel war. Ich lag im Bett, ich konnte nicht mehr aufstehen. Ich habe ein Jahr lang vor mich hingedümpelt und habe meiner Frau wenig Liebe geben können. Ich habe einfach nur versucht zu überleben."

Die Musikerin beschloss daraufhin, sich professionelle Hilfe zu suchen. Heute könne sie sagen, dass sie ihre psychischen Probleme in den Griff bekommen habe. Auch die Bühnenauftritte könne sie trotz anhaltendem Lampenfieber richtig genießen.

Hat der musikalische Durchbruch Kerstin Ott verändert?

Kerstin Otts Leben hat sich seit ihrem Erfolg stark verändert, doch laut eigener Aussage ist sie noch genau dieselbe Person wie vor ihrem Durchbruch. 

In einem Interview mit Eventim stellte die Sängerin klar: "Meine Stärke ist, glaube ich, dass ich mich nicht verändern lasse – egal worum es geht. Aber das mache ich nicht aus Rebellion, sondern weil ich einfach weiß, dass es nicht lange gut gehen würde, wenn man versuchen würde, mich zu ändern."

Depression: Wo findet man Rat oder Hilfe?

Bei einer Erkrankung oder dem Verdacht einer Depression sollte in jedem Fall das Gespräch mit einem Arzt gesucht werden. Der Hausarzt ist dabei meist der erste Ansprechpartner. Dieser wird bei Bedarf an einen Facharzt überweisen.

In Notfällen oder bei aufkommenden konkreten Suizidgedanken, sollte der Notruf 112 kontaktiert werden oder direkt eine psychiatrische Klinik aufgesucht werden.

Eine Liste von Krisendiensten und Bratungsstellen finden Sie unter anderem hier: Klinikadressen

Antworten auf Fragen zu Depressionen und zu Anlaufstellen bekommen Sie unter anderem am Info-Telefon der deutschen Depressionshilfe unter 0800/3344533 (Mo, Mi, Do 13 bis 17 Uhr sowie Mi und Fr 8.30 bis 12.30 Uhr).