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Prozess Prozess: Sexualtäter gesteht Mord an Schülerin

09.11.2001, 16:27

Heidelberg/dpa. - Anklägerin Elke O'Donoghue bezeichnete den Angeklagten als «eineGefahr für die Allgemeinheit». Die Staatsanwaltschaft wird nebeneiner Haftstrafe voraussichtlich auch Sicherungsverwahrungbeantragen. Für die insgesamt acht Prozesstage hat das Landgericht 30Zeugen geladen.

Der bei seinen Arbeitskollegen als geiziger Sonderling geltendeAngeklagte hatte 1985 damit begonnen, in zahllosen Nächten jungeFrauen und Liebespaare heimlich zu beobachten. «Das Auffallende ist,dass er seine Opfer vorher ausspioniert hat», sagte dieOberstaatsanwältin. Vor den tödlichen Angriffen war der Angeklagteder Polizei mehrfach als Spanner und Einbrecher aufgefallen.

Laut Anklage war das erste Todesopfer am 13. Juli 1995 die 26Jahre alte Beate Rabel in Leimen. Sie soll in ihrer Wohnung bei einerversuchten Vergewaltigung erstochen worden sein. «Ich wollte sie ausder Nähe beobachten, unbemerkt», sagte der Angeklagte. Er wartete imdunklen Schlafzimmer, während die Frau im Wohnzimmer fernsah. Als diejunge Frau den Unbekannten schließlich bemerkte und laut schrie,folgte ein heftiger Kampf, in dessen Verlauf er sie mit einem Hammer,Reizgas und einem Messer attackierte. «Ich wollte, dass sie ruhigist», sagte der 36-Jährige.

1999 folgte der erste Angriff auf ein Kind. Er fiel eine 11-Jährige auf dem Schulweg an. Das Kind konnte entkommen. Im September1999 drang er nachts durch eine offen stehende Terrassentür in dasZimmer eines zehnjährigen Mädchens ein und stach auf das schlafendeKind ein. Das Leben dieses Kindes konnte durch eine Notoperationgerettet werden.

Vanja Elena war laut Anklage am Abend des 30. November 2000 dasletzte Opfer. Die 12-Jährige war allein zu Haus, als der Angeklagtein die Wohnung einstieg, um sich an dem Kind zu vergehen und esanschließend erstach. Die Mutter fand nach ihrer Rückkehr dieblutüberströmte Leiche ihres Kindes. Die Polizei nahm zunächst einenVerdächtigen fest, ließ ihn dann aber wieder frei. Ein halbes Jahrspäter fassten die Ermittler den Täter, der auch mehrere Einbrüchezugab, mit Hilfe eines Gentests.