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Architektur Millionen-Summe für Sanierung des Kornhauses in Meißen

Das Kornhaus Meißen gilt als Kulturdenkmal von nationalem Rang. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt nun mit einer großzügigen Spende die Sanierung.

Von dpa 02.04.2025, 11:00
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Sanierung des Kornhauses Meißen mit 1,3 Millionen Euro (Archivbild).
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Sanierung des Kornhauses Meißen mit 1,3 Millionen Euro (Archivbild). Sebastian Kahnert/dpa

Meißen - Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Sanierung des Kornhauses in Meißen mit 1,3 Millionen Euro. Ein entsprechender Fördervertrag wurde der Otto- und Emma-Horn-Stiftung als Eigentümerin des geschichtsträchtigen Bauwerks übergeben. Das Kornhaus gehört damit zu den mehr als 870 Objekten, die die private DSD durch Spenden, Erträge ihrer Stiftungen und Mittel der Lotterie Glücksspirale allein in Sachsen fördern konnte, hieß es.

Kornhaus gilt als Zeitzeuge deutscher Geschichte

Konkret sollen mit dem Geld die Fassade und die historischen Fenster des Kornhauses restauriert werden. „Dank der großzügigen Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz können wir nun die Außenhülle wieder in den alten Glanz zurückversetzen“, erklärte Stiftungsverwalter Tom Lauerwald. DSD-Vorstand Steffen Skudelny bezeichnete das Kornhaus als „relevanten Zeitzeugen städtischer und deutscher Geschichte“.

Auch die Porzellanmanufaktur Meissen gehörte zu den Nutzern

Gleichzeitig mit der benachbarten Albrechtsburg wurde das Kornhaus um 1470 an der Nordseite des Domplatzes als Wirtschaftsgebäude errichtet. Mitte des 18. Jahrhunderts nutzte es die Königliche Porzellanmanufaktur. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts gab es bauliche Veränderungen im neugotischen Stil. Aus dieser Zeit stammt ein Drittel der Bausubstanz, auf die Erbauungszeit gehen gut zwei Drittel zurück. 

2022 drohte eine Zwangsversteigerung des Kornhauses

Zuletzt war das Kornhaus 2022 in die Schlagzeilen geraten. Damals drohte eine Zwangsversteigerung, sie konnte aber abgewendet werden. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Gebäude noch im Besitz einer österreichisch-italienischen Investorengruppe. Bis 2008 hatte es der Stadt Meißen gehört. Ursprünglich wollten die Investoren das Kornhaus zu einem Luxushotel umbauen. Allerdings verfiel das Gebäude aus dem späten 15. Jahrhundert immer mehr. 

Die AfD hatte Interesse an einem Kauf bekundet, um dort ein Bildungszentrum zu errichten, und wollte beim Versteigern mitbieten. Dagegen regte sich breiter Widerstand. Die Linke forderte den Freistaat Sachsen auf, das Haus zu erwerben. Das Finanzministerium lehnte einen Kauf mangels Bedarf ab. 2023 wurde das Kornhaus an die Otto- und Emma-Horn-Stiftung Meißen veräußert.