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wegen hundesteuer vor gericht Mann ohne Hund soll Hundesteuer zahlen: Nach drei Jahren Streit steht nun ein Urteil fest

Ein Mann soll Hundesteuer zahlen, obwohl er keinen Hund besitzt. Fragebögen zu seinen angeblichen Hunden wurden ihm von der Stadt Hilden in Nordrhein-Westfalen zugesandt. Nun gab es das Gerichtsurteil.

Von DUR/th Aktualisiert: 17.04.2025, 13:49
Der Kläger Marianus Krall kommt in den Verhandlungssaal des Verwaltungsgerichts. Krall klagt gegen die Stadt Hilden gegen einen Schätzbescheid zur Zahlung von Hundesteuer, laut eigener Aussage besitzt Krall keinen Hund. 
Der Kläger Marianus Krall kommt in den Verhandlungssaal des Verwaltungsgerichts. Krall klagt gegen die Stadt Hilden gegen einen Schätzbescheid zur Zahlung von Hundesteuer, laut eigener Aussage besitzt Krall keinen Hund.  Foto: dpa

Hilden. - Eine kuriose Geschichte sorgt für Aufsehen: Ein Mann ist von der Stadt Hilden (Nordrhein-Westfalen) aufgefordert worden, Hundesteuer zu zahlen - obwohl er gar keinen Hund besitzt. Die Geschichte fand jetzt ein Ende mit einem Urteil vom Verwaltungsgericht Düsseldorf.

Doch wie konnte es überhaupt dazu kommen? 

Facebookprofil von Hundebesitzer wird kontrolliert

Auf Facebook werden regelmäßig Bilder gepostet. So teilte auch Marianus Krall etliche Fotos auf Facebook - mit verschiedenen Vierbeinern an seiner Seite. 

Die Stadt Hilden bekam mit, dass der Hildener diese tierischen Aktivitäten auf Facebook veröffentlichte - und prompt landeten 2022 Fragebögen über seine angeblichen Hunde in seinem Briefkasten.

Krall reagierte nicht auf diese Fragebögen: „Weil da immer nur stand, ich solle eintragen, wie viele Hunde ich habe“, berichtet die "Rheinische Post" aus der Verhandlung mit dem Mann. Er könne das aber nicht beantworten, da er ja keine Hunde besitze. 

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Stadt fordert über 1.000 Euro Hundesteuer von Krall

Die besagten Tiere waren nämlich von seiner Tochter, einer Freundin, einem Bekannten und einem Nachbarn. Doch da die Signatur in seiner Antwort fehlte, ignorierte die Stadt Hilden seine Aussage und forderte Hundesteuer für 2022 und die vier Jahre zuvor. Insgesamt hätte er demnach eine Hundesteuer von 1.404 Euro zu zahlen, berichtet "Der Westen".

Da bereits eine Frist abgelaufen war, erkannte die Stadt Hilden seinen Widerspruch gegen den Bescheid nicht an, obwohl sie wusste, dass er keinen Hund besitzt. Hundefreund Marianus Krall sollte also aufgrund von Facebook-Posts mit Hunden eine Hundesteuer zahlen, ohne dass er selbst einen Hund besitzt. Daraufhin klagte der Hildener gegen den Steuerschätzbescheid.

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Hilft Krall die Klage vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf?

Die Richterin vom Verwaltungsgericht Düsseldorf verdeutlichte in der Verhandlung, dass der Steuerschätzbescheid rechtswidrig sei. Denn es sei überhaupt nicht klar gewesen, dass Marianus Krall einen Hund besitze.

Dazu hätte die Stadt einen Hausbesuch machen müssen, was sie nicht getan habe. Die Richterin legte der Stadt Hilden nahe, von dem Steuerschätzbescheid abzusehen. 

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Nach fast drei Jahren erbittertem Kampf wegen der geforderten Hundesteuer nahm die Stadt Hilden den Bescheid zurück. Der Hildener muss nun doch keine Hundesteuer bezahlen. Es bleiben ihm nur die Hälfte der Kosten für seine Anwältin, die er selbst tragen muss.

"Ich bin eigentlich ganz zufrieden", so der Kläger. Krall weiter: "Ich habe auch einfach keine Lust mehr. Die letzten zweieinhalb Jahre waren nicht so einfach."

Aus Prinzip: Krall tritt zur Bürgermeister-Wahl in Hilden an

Er empfand die Vorgehensweise der Stadt dennoch als eine absolute Frechheit. Aus diesem Grund hat Krall nun andere Pläne: Er will als Bürgermeister von Hilden kandidieren.