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Kulturhauptstadt Europas 2025 Chemnitz zeigt Garagen als Orte kultureller Identität

Die Stadt Chemnitz wartet im Kulturhauptstadtjahr mit einer ungewöhnlichen Entdeckungstour auf. Im Fokus stehen Garagen als Orte kultureller Identität.

Von dpa 05.04.2025, 15:48
Chemnitz lädt im Kulturhauptstadtjahr dazu ein, Garagen als Teil kultureller Identität zu erkunden.
Chemnitz lädt im Kulturhauptstadtjahr dazu ein, Garagen als Teil kultureller Identität zu erkunden. Sebastian Willnow/dpa

Chemnitz - In einem großen Beteiligungsprojekt lädt Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas dazu ein, eine vielfältige Garagenlandschaft zu entdecken. Garagen seien vor allem in Mittelosteuropa Teil der kulturellen Identität, sagte die Kuratorin des Projekts „#3000Garagen“, Agnieszka Kubicka-Dzieduszycka. „Wir betrachten Garagen als Gemeinschaftsort, als lebendige Archive, als kreative Räume, als Lernorte.“ Der neue Parcours erzähle individuelle Geschichten von Garagennutzern und Garagenhöfen, verbinde sie aber auch mit der Geschichte der Stadt.

Garagen als Spiegel der Stadtgeschichte

Denn zu den zehn Stationen gehören nicht nur Garagenhöfe, wie sie einst in großer Zahl zu DDR-Zeiten in Eigenleistung entstanden sind. Der Parcours führt auch an weitaus ältere Orte. Dazu gehört die Remise der 1902/03 nach Plänen Henry van de Veldes erbauten Villa Esche. Es ist die wohl älteste Garage der Stadt.

Oder der heutige Garagen-Campus, ein früheres Straßenbahndepot dessen Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert reichen. Auch die historische Hochgarage von 1928 gilt es zu entdecken, gebaut im Stil der Neuen Sachlichkeit. Entstanden als Reaktion auf wachsende Parkprobleme bot das heute denkmalgeschützte Gebäude Mietplätze für rund 300 Autos und Motorräder. Per Lastenaufzug wurden sie zu ihrem Stellplatz gebracht.

Kunstinstallationen und Konzerte

Die Stationen sind zugleich Orte für weitere kulturelle Angebote. So wird in der Hochgarage, die das Chemnitzer Fahrzeugmuseum beherbergt, eine Installation des Künstlers Martin Maleschka mit dem Titel „Ersatzteillager“ gezeigt. Geplant sind auch Garagenkonzerte in den Höfen, eine Videoinstallation über Garagen-Interieur und eine interaktive Installation von Cosima Terrasse zu Kreativität und Gemeinsinn im Garagenhof. 

Stationen des Parcours können bis Jahresende eigenständig in der Stadt erkundet werden - zu Fuß, per Fahrrad oder auch als Straßenbahn- und Bustour.