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Drogen Cannabis bleibt zweithäufigster Grund für Suchtberatung

Cannabis ist nach Alkohol die zweithäufigste Ursache für Suchtberatungen in Sachsen. Doch trotz steigender Herausforderungen drohen massive Kürzungen bei der Prävention.

Von dpa 03.04.2025, 19:47
Bei der Suchtberatung liegt Cannabis hinter Alkohol auf dem zweiten Platz. (Symbolbild)
Bei der Suchtberatung liegt Cannabis hinter Alkohol auf dem zweiten Platz. (Symbolbild) Marcus Brandt/dpa

Dresden - Bei Problemen mit Cannabis beobachtet die Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS) in Sachsen einen zunehmenden Trend. Für 14 Prozent der im vergangenen Jahr in den Suchtberatungsstellen betreuten Fälle war die Droge Grund der Beratung, wie aus dem Suchtbericht 2024 der SLS hervorgeht. 

Damit liegt Cannabis wie schon im Vorjahr auf Platz zwei. Zwar gingen die Beratungsfälle im Vergleich zu 2023 um 200 auf rund 3.400 zurück. Diese Entwicklung sei jedoch aufgrund der Entkriminalisierung im April 2024 erwartbar gewesen. Langfristig geht die SLS von einem steigenden Unterstützungsbedarf aus.

Alkohol dominiert weiterhin die Suchtstatistik

Für den Suchtbericht wurden aktuelle Daten der sächsischen Suchtberatungsstellen, Krankenhäuser und sozialtherapeutischen Einrichtungen ausgewertet. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 46.000 Menschen unterstützt. Die Suchtberatungsstellen betreuten davon mehr als 24.500 Fälle. Bei fast der Hälfte der Beratungen ging es um Alkoholprobleme. Auch bei den rund 18.600 stationär behandelten Patienten dominieren alkoholbezogene Störungen mit 72 Prozent aller Suchtdiagnosen. 

Probleme mit Crystal Meth sind mit etwa 3.100 Beratungsfällen weiterhin rückläufig und rangieren mit einem Anteil von 13 Prozent in Sachsen auf Platz drei. Auch für Angehörige und Bezugspersonen bieten die Suchtberatungsstellen Unterstützung. In diese Kategorie fielen 12 Prozent der Fälle.

Kürzungen bedrohen die Suchthilfe in Sachsen

Der SLS stehen laut Mitteilung aufgrund geplanter Kürzungen im sächsischen Haushalt 2025/2026 deutliche Einschnitte bevor. Die Landesmittel für Suchtberatungsstellen sollen demnach trotz ihrer wirksamen Arbeit um 25 Prozent reduziert werden. Die Suchtprävention stehe vor dem Aus, so die SLS. So sollen etwa die Methodenschulungen zur Cannabisprävention („Der Grüne Koffer“) ersatzlos gestrichen werden.