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Baden-Württemberg Baden-Württemberg: Verdächtiger kam zur Trauerfeier für Mordopfer

18.04.2009, 18:06
Vier blumengeschmückte Särge stehen in der evangelischen Lutherkirche in Eislingen (Kreis Göppingen) am Samstag. (FOTO: DPA)
Vier blumengeschmückte Särge stehen in der evangelischen Lutherkirche in Eislingen (Kreis Göppingen) am Samstag. (FOTO: DPA) dpa

Eislingen/dpa. - Unter dringendem Tatverdacht stehen der 18-jährigeSohn der Familie und ein Freund von ihm. Nach einer Trauerfeier inder Evangelischen Lutherkirche der Kleinstadt in Baden-Württembergwurde die Familie auf dem nahe gelegenen Friedhof beigesetzt. Die Teilnahme des in Untersuchungshaft sitzenden Sohnes Andreas H. am Gottesdienst hatte der Haftrichter erlaubt.

Die ältere Schwester des 57 Jahre alten toten FamilienvatersHansjürgen und die beiden Schwestern seiner 55 Jahre alten Frau Elsewollten ihnen das letzte Geleit geben. Auch die Freude der getötetenTöchter Annemarie und Christin wollten teilnehmen.

Vor allem die Frage nach dem Motiv für die Tat ist noch weiteroffen. «Es wird viel geweint in diesen Tagen, und Fragen werdengestellt, drängen sich auf und bedrängen uns alle, werden laut undüberlaut, auch die, die keiner ausspricht, entsetzte, fassungsloseFragen», sagte Pfarrerin Kathinka Korn in ihrer Predigt während desTrauergottesdienstes.

Am vergangenen Donnerstag hatte der Freund von Andreas H. zwargestanden, gemeinsam mit ihm dessen Eltern und beide älterenSchwester vor rund einer Woche kaltblütig erschossen zu haben. Der18-Jährige selbst schweigt jedoch noch immer. Auch das Motiv istweiterhin unklar. Die mutmaßlichen Tatwaffen fand die Polizeimittlerweile in einem Versteck im Wald, das der 19-jährige Frederikverraten hatte.

In der Nacht zu Karfreitag sollen die beiden Tatverdächtigenzunächst die 22 und 24 Jahre alten Schwestern und erschossen haben.Mit mehreren Kugeln streckten sie den Ermittlungen zufolge ihre Opfernieder, als diese gerade vom Bett aus Fernsehen schauten. Dann sollensich die beiden jungen Männer in einer Gaststätte mit den Eltern des18-Jährigen getroffen haben. Nach kurzer Zeit sollen sie an denTatort zurückgekehrt sein und dort den Eltern aufgelauert haben. Siewurden noch im Eingangsbereich der Wohnung in Straßenkleidungerschossen. Am Karfreitagvormittag alarmierte der Sohn schließlichdie Polizei und gab an, die Leichen seiner Familie entdeckt zu haben.