Gefälschte Fahrkarten Augen auf beim Ticketkauf - Betrugsfälle aufgedeckt
Von Online-Betrug bis zu manipulierten Tickets: Mit kriminellen Tricks werden Fahrscheine für Busse und Bahnen gefälscht. Besonders viele gefälschte Tickets wurden zuletzt in Erfurt entdeckt.

Erfurt - Gefälschte Fahrscheine für Busse und Bahnen sind in Thüringen derzeit kein weit verbreitetes Phänomen - dennoch sollten Fahrgäste beim Ticketkauf wachsam sein. Das gilt besonders bei sehr preiswerten Angeboten. So tauchten im Internet immer wieder Seiten auf, auf denen das Deutschlandticket günstiger verkauft werde, sagte Marcel Pretzsch von der Bundespolizeidirektion Pirna. Hierbei handele es sich in der Regel um Fälschungen. „Das Deutschlandticket kostet immer 58 Euro.“
In diesem Februar waren in Gera und Erfurt zwei Fälle angezeigt worden, in denen Fahrgäste vermeintlich günstige Tickets über ausländische Webseiten erworben hatten. Diese hatten sich bei einer Kontrolle als Fälschungen herausgestellt. Die Bundespolizei rät daher, Fahrkarten ausschließlich über die offiziellen Vertriebsseiten zu erwerben. „Seien Sie vorsichtig bei günstigeren Angeboten und melden Sie verdächtige Seiten der Polizei.“
Auch Fahrgäste selbst legten teils eine gewisse kriminelle Energie an den Tag, so Pretzsch. „So verändern Reisende zum Beispiel das Gültigkeitsdatum ihrer Fahrkarte oder nutzen den Fahrschein einer anderen Person.“ In Thüringen registriert die Polizei derzeit zwar nur selten Fälle von gefälschten Tickets, allerdings seien in der jüngsten Vergangenheit in Sachsen-Anhalt und Sachsen vermehrt falsche Deutschlandtickets aufgetaucht.
Betrugsmasche in Erfurt - Gefälschte Tickets zum Kauf angeboten
Im städtischen Nahverkehr hatte es in Thüringen zuletzt vermehrt Probleme mit gefälschten Tickets der Erfurter Verkehrsbetriebe gegeben. Dort waren bei der Sprengung eines Fahrkartenautomaten und dem Einbruch in eine Verkaufsagentur der Stadtwerke unter anderem Fahrscheinrollen gestohlen worden, berichtete Hannes Sperling von den Stadtwerken Erfurt. In den Folgemonaten seien bei Kontrollen immer wieder gefälschte Fahrscheine aufgetaucht. Bislang seien 44 Fälle bekanntgeworden.
„Unsere Berichterstattung und Aufklärungsarbeit scheint aktuell zu fruchten. Seit vier Wochen haben wir in Erfurt keine gefälschten Tickets gefunden beziehungsweise zur Anzeige gebracht“, so Sperling. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass weitere Fälschungen verkauft würden. Bei der Masche in Erfurt hätten Betrüger in der Nähe von Fahrkartenautomaten gestanden und behauptet, versehentlich eine falsche Monatskarte gekauft zu haben. Dann hätten sie die gefälschten Karten zum Kauf angeboten. Zudem kursierten Inserate für die ungültigen Fahrscheine auf Kleinanzeigen-Portalen im Internet. Fahrgäste sollten deshalb vorsichtig sein und Fahrscheine nur an den offiziellen Verkaufsstellen oder über die App „Fairtiq“ erwerben, hieß es.
Ticketbetrug hat Konsequenzen
In Nordhausen, Jena und Weimar sowie in der Mehrzahl der Unternehmen des Verkehrsverbundes Mittelthüringen sind nach Angaben der Sprecher der dortigen Verkehrsbetriebe gefälschte Tickets bislang kein Problem. Allerdings gebe es immer wieder Fälle, in denen Fahrgäste selbst versuchten, ihre Tickets zu verändern. So habe es in der Vergangenheit Versuche gegeben, den Entwerteraufdruck von Papiertickets zu manipulieren oder eTickets unter mehreren Menschen zu teilen, hieß es etwa aus Nordhausen. Die Kontrollen würden aber stetig den jeweils neuen Tricks angepasst.
Fahrgäste, die mit gefälschten Tickets erwischt werden, haben mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen. Grundsätzlich müsse bei falschen Deutschlandtickets zunächst der Fahrpreis nachgezahlt werden, so die Polizei. Abhängig vom Fall können Anzeigen wegen des Erschleichens von Leistungen, des Betrugs und der Urkundenfälschung hinzukommen.