Handball-Open-Air Aschersleben Handball-Open-Air Aschersleben: Alligators siegen beim "Megawoodstock"

Aschersleben - Als einer der Letzten schlurfte er über die Bretter. Es war ein seltener Moment der Ruhe. Keine Hektik, kein Gewusel. Für Pit Seifert gerade genau das Richtige. Denn er wirkte erschöpft. „Drei Tage am Stück“, sagte der Linksaußen des HC Aschersleben, „das zehrt schon.“
Seifert und die Alligators waren Teil des „Megawoodstock“, dem Open-Air Handball-Festival in Aschersleben. Sie gewannen am Sonntagnachmittag im Finale gegen den HC Glauchau/Meerane sogar das am Freitag gestartete Turnier. Gegen Teilnehmer aus ganz Deutschland. Dementsprechend glücklich wirkte der 22-Jährige. Das Schild mit dem Vereinsnamen, das jede Mannschaft vor Turnierstart bekam, hatte Pit Seifert zum Beispiel schon minutenlang nicht mehr aus der Hand gelegt. Dass der HC Aschersleben vor heimischer Kulisse so einen Erfolg landen konnte, „ist einfach überragend“, meinte Seifert.
Open-Air-Handball zieht
Dabei waren es nicht nur die beiden Turniere, die das „Megawoodstock“ zu einem Riesenereignis machten. Es gab mehr. Das Bundesliga-Duell zwischen dem SC Magdeburg und dem Bergischen HC zum Beispiel. Oder die Spiele der beiden Turnier-Allstarmannschaften gegen die Teams von Stefan Kretzschmar und Grit Jurack. Oder eben den Finaltag, an dem nicht nur der HC Aschersleben am Ende den Wanderpokal in Empfang nehmen durfte, sondern bei den Frauen mit dem HC Salzland auch der zweite Lokalmatador.
Es fällt schwer, sich ein sportliches Highlight rauszusuchen. Geht es nach Sport1-Moderatorin Anett Sattler, ist das auch unnötig. „Die ganze Veranstaltung war ein Highlight.“ Für gewöhnlich sieht man Sattler im Fernsehen, sie führt durch die Übertragungen aus der Handball-Bundesliga. Am Wochenende übernahm sie diesen Part, wie schon im vergangenen Jahr, auf der Herrenbreite. Es ist ein Fingerzeig dafür, welche Zugkraft die Idee Open-Air-Handball in Aschersleben schon jetzt hat.
Wofür es natürlich Gründe gibt. „Es fehlt halt an nichts“, meinte Christiane Jacobi vom HC Salzland, der mit einem Mix aus alter Drittliga-Mannschaft und neuem Sachsen-Anhalt-Liga-Team antrat. Dass man am Ende sogar das Turnier gewann, „freut uns umso mehr“. Denn die Sieger, in diesem Fall also die beiden Lokalmatadore, sind bereits für das kommende Jahr als Teilnehmer gesetzt. Und werden dann wahrscheinlich auf noch mehr Konkurrenz treffen. Denn: „Ich bin mir sicher, dass wir nächstes Jahr noch mehr Teams hier haben werden“, erklärte Marko Baumbach aus dem Organisationsteam nach der Veranstaltung.
Es ist eine Aussage, die vielleicht etwas mutig wirkt. Doch lässt man das „Megawoodstock“ einmal Revue passieren, kommt man zum gleichen Schluss. Open-Air-Handball zieht. Handball-Ikonen ziehen. Und von Letzterem gab es sowohl beim „Team Kretzsche“, als auch beim „Team Jurack“ genug.
Unter anderem wurde Pit Seifert die Ehre zuteil, am Samstagabend gegen „Team Kretzsche“ aufzulaufen. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen Alexander Weber und Mantas Gudonis, sowie Neuzugang Jens Schmidt (Gommern). „Da dabei zu sein, ist natürlich stark“, erklärte Seifert. „Gegen Leute zu spielen, von denen ich zu Hause noch Unterschriften habe, ist etwas ganz besonderes.“
„Stillstand wäre Rückschritt“
Alles in allem kann man zu dem Fazit kommen, dass das „Megawoodstock“ in diesem Jahr seine Reifeprüfung bestanden hat, „und auch für die Stadt Aschersleben eine geniale Sache war“, wie Marko Baumbach erklärte. Aber dennoch: „Wir können immer etwas verbessern“, meinte Anett Sattler. Denn: „Stillstand wäre Rückschritt“, sagte die Sport1-Moderatorin. Und da der Termin für das kommende Jahr schon steht, muss natürlich auch die Frage erlaubt sein, wie lange denn schon die Planungen laufen.
Marko Baumbach hatte am frühen Sonntagabend gerade wahrscheinlich zum ersten Mal seit Freitag einen Moment der Ruhe, als er die Frage gestellt bekam. Er blickte auf seine Uhr und sagte lächelnd: „Seit 15 Minuten.“ (mz)
