"Dann werden die Leute wegbleiben" Freibad Alsleben Verbandsgemeinde Saale-Wipper: Eintrittspreise werden nicht erhöht

Alsleben - Wenn am 25. Mai die Freibad-Saison in Alsleben eröffnet wird, dann bleiben die Eintrittspreise wie gehabt. So kostet etwa eine Tageskarte drei Euro, ermäßigt die Hälfte. Für eine Familientageskarte (zwei Erwachsene, zwei Kinder) zahlt man acht Euro und für eine Jahreskarte 60 Euro (ermäßigt 30 Euro).
Und daran wird sich so bald auch nichts ändern, denn der Verbandsgemeinderat von Saale-Wipper hat sich, wie zuvor schon der Hauptausschuss, in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich (bei einer Enthaltung) für die Beibehaltung der bestehenden Gebühren ausgesprochen.
Einnahmen im Freibad decken nur rund 20 Prozent der Kosten
„Bisher wirtschaftet das Freibad zu rund 20 Prozent kostendeckend“, sagte Verbandsgemeinderatsbürgermeister Jan Ochmann (CDU). In den nächsten drei Jahren wird sich die Zahl laut Verwaltung auf etwa 17,5 Prozent einpendeln.
Hierfür wurden die Kosten wie etwa für den Stromverbrauch, das Personal oder für die Unterhaltung aus den drei vergangenen Jahren zugrunde gelegt und die Zahlen für die nächsten drei Jahre unter Berücksichtigung der Preissteigerung kalkuliert.
Und obwohl der Deckungsgrad demnach noch einmal sinkt, wollte kein Ratsmitglied die Preise erhöhen. „Aus der Erfahrung heraus haben Preis-Erhöhungen nichts gebracht“, so Reinhard Schinke, Ratsmitglied (Saale-Wipper-Fraktion) und Bürgermeister von Alsleben.
Die meisten Ratsmitglieder wollen nichts an den Eintrittspreisen ändern
„Die Preise sind gut kalkuliert. Ich sehe nicht, dass mit höheren Preisen der Deckungsgrad erhöht würde“, meint auch Daniel Wernecke (Linke). Sollte der Eintritt nämlich teurer werden, würde der Effekt vermutlich umschlagen, meint Wernecke. „Dann werden die Leute wegbleiben.“
Auch Gerhard Malkowski (Saale-Wipper) sieht keinen Anlass zu Veränderungen. „Die Basis stimmt.“ Lediglich Peter Rietsch (Bürger-Fraktion) wollte die Kosten nach dieser Saison noch einmal kalkulieren lassen – mit den aktuellen Zahlen aus 2019.
Doch nach Auffassung von Jan Ochmann würde das nur Sinn machen, wenn die Verwaltung mit einem konkreten Vorschlag beauftragt würde, beispielsweise, dass das Freibad 30 Prozent kostendeckend wirtschaften müsste. Ansonsten sollte alles bleiben, wie es ist.
Muss der Verzicht auf deckende Kosten durch Einnahmen in Satzung festgeschrieben werden?
Die Gebühren-Satzung soll nun möglicherweise lediglich redaktionell an die gesetzlichen Grundlagen angepasst werden. Denn nach dem kommunalen Abgabengesetz seien die Benutzungsgebühren kostendeckend zu kalkulieren, erläutert Jan Ochmann. Aus öffentlichem Interesse, wie das beim Schwimmbad der Fall ist, könne aber „von einer Kostendeckung abgesehen werden“. Nun müsse geprüft werden, ob das in der Satzung auch verankert werden muss.
Im Freibad in Alsleben laufen indes die Vorbereitungen für die Saison auf Hochtouren. Schwimmmeister Fred Hänsel hat das Becken bereits gefüllt. Nun muss das Wasser nur noch etwas zirkulieren.
Auch für den Imbiss scheint eine Lösung gefunden, nachdem die frühere Betreiberin kurz vor dem Saisonstart im Vorjahr gekündigt und sich danach niemand gefunden hatte, der die Versorgung übernehmen wollte. Er sei optimistisch, dass es in dieser Saison einen neuen Betreiber gibt, so Bürgermeister Reinhard Schinke.
Farbanstrich im Schwimmbecken in Alsleben muss erneuert werden
Wenn die Saison dann im Freibad vorbei ist, muss aber noch einmal Hand angelegt werden. Das ist schon jetzt bei genauem Hinsehen zu erkennen. Die Farbe sei „ein bisschen fleckig“, sagt Schinke. Das habe die Firma zu verschulden, die das Becken nach dem Hochwasser-Schaden 2013 repariert hatte.
„Das Becken war nicht trocken genug, als sie das gemacht haben“, erläutert Schinke und spricht vom „Pfusch am Bau“. Man habe bei dieser Firma auch Regress anmelden wollen. „Aber die Firma gibt es nicht mehr.“ Daher bleibt letztlich der Betreiber, also die Verbandsgemeinde, auf den Kosten sitzen.
Die Freibad-Saison in Alsleben soll am Samstag, 25. Mai, 10 Uhr, eröffnet werden. (mz)