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Er schuf Relief am Reichstag 100. Todestag des Bildhauers Fritz Schaper: Heimatverein Alsleben und Bürgermeister am Denkmal des berühmten Bildhauers

Von Susanne Schlaikier 30.11.2019, 14:56
Am Denkmal an der Saale in Alsleben haben Einwohner und Bürgermeister Reinhard Schinke (re.) dem berühmtesten Sohn der Stadt gedacht.
Am Denkmal an der Saale in Alsleben haben Einwohner und Bürgermeister Reinhard Schinke (re.) dem berühmtesten Sohn der Stadt gedacht. Susanne Schlaikier

Alsleben - Das Lutherdenkmal in Erfurt, das Lessing-Denkmal auf dem Gänsemarkt in Hamburg, das Goethe-Denkmal im Berliner Tiergarten, die Marmorbüste des Grabdenkmals von Novalis in Weißenfels:

Es sind nur einige der Werke, die der Bildhauer Friedrich Schaper geschaffen hat. Sein wohl bekanntestes aber ist das Giebelrelief des Reichstagsgebäudes in Berlin. Am 29. November vor 100 Jahren ist Friedrich, genannt Fritz, Schaper im Alter von 78 Jahren in Berlin gestorben.

Heimatverein, Bürgermeister und Einwohner trafen sich zu Gedenkveranstaltung 

Mit einer Gedenkveranstaltung haben auch einige Einwohner von Alsleben sowie Bürgermeister Reinhard Schinke an den berühmtesten Sohn der Stadt erinnert. Denn Hugo Wilhelm Friedrich Schaper, so sein vollständiger Name, wurde am 31. Juli 1841 in Alsleben geboren, wo sein Vater Pfarrer in die Kirche St. Cäcilien war.

Und wären seine Eltern nicht so früh gestorben, hätte Fritz Schaper vielleicht einen ganz anderen Weg genommen. Gerhard Müller, der Vorsitzende des Heimatvereins, beschreibt ihn als strebsamen Schüler und handwerklich begabten Steinmetz, der es schließlich zu einem selbstständigen Bildhauer in Berlin geschafft hat.

Müller zitiert zum Beleg Kaiser Wilhelm: „Schaper ist das Rückgrat meiner Künstlerschaft“, soll dieser einst gesagt haben. Obwohl er sicher als Star seiner Zeit bezeichnet werden kann, sei er stets bescheiden und bodenständig geblieben, so Müller.

Der Vorsitzende des Heimatvereins zitiert Kaiser Wilhelm: „Schaper ist das Rückgrat meiner Künstlerschaft“

In Alsleben selbst hat Schaper zwar keine Büste, kein Denkmal oder kein Relief hinterlassen. Dennoch hat man ihn in seiner Geburtsstadt nie vergessen.

Schon 1887 hatte ihm der damalige Stadtrat Alslebens die Ehrenbürgerschaft verliehen, wozu eine Delegation nach Berlin gereist war. Später wurde ein Denkmal an der Saale aufgestellt und eine Straße, die Schaperallee, nach ihm benannt.

Von Fritz Schaper ginge eine Ausstrahlung aus, sagte Müller. „Es müsste auch eine Ausstrahlung auf die Schule und die Schüler erfolgen.“ Müller kritisierte nicht nur das vergleichsweise geringe Interesse an der wohl berühmtesten Persönlichkeit der Stadt bei Gedenkveranstaltungen wie der gestrigen.

Sondern an der Heimatgeschichte im Allgemeinen. Zugleich regte er an, die aktuelle Hauptsatzung der Stadt dahin gehend zu ändern, dass auch künftig Einwohner zu Ehrenbürgern ernannt werden können. „Unter uns leben und wirken auch heute Menschen, denen eine solche Anerkennung zuteil werden könnte.“ (mz)