Gesund und schmackhaft Immer mehr Bärlauch-Diebe: Was die Pflanze so besonders macht
Immer häufiger kommt es vor, dass in den Wäldern um Leipzig Pflanzendiebe erwischt werden. Diese haben es oft auf Bärlauch abgesehen. Doch was macht die Pflanze so wertvoll?

Leipzig. Immer häufiger sorgen Diebstähle von Pflanzen in Wäldern und Naturschutzgebieten für Ärger. Bärlauch ist dabei häufig eines der beliebtesten Ziele. Erst im Februar kam es zu einem spektakulären Raubversuch: Dabei wurden fünf Personen im Leipziger Auenwald erwischt, als sie versuchten 50 Kilo Bärlauch zu klauen. Doch was macht die Pflanze so heiß begehrt?
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Bärlauch: Diebstahl kann teuer werden
Der Mitteldeutsche Rundfunk ist in seiner Sendung "MDR Umschau" dieser Frage genauer auf den Grund gegangen. Dort erklärt Polizeisprecher Chris Graupner: "Hier wird organisiert und konzentriert in bestimmten Gebieten vorgegangen".
Die Täter würden bei ihrem Vorgehen oftmals die Umgebung verwüsten und andere Pflanzen beschädigen. Außerdem würde häufig auch Müll im Wald zurückgelassen. "Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern Diebstahl!" Eigentlich darf Bärlauch pro Person nämlich nur in Handstraußgröße geerntet werden.
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Und so ein Diebstahl kann sehr teuer werden: Auf Bärlauch-Diebstahl stehen Strafen zwischen 25 und 2.500 Euro. In außergewöhnlich schweren Fällen blühen den Tätern sogar Strafen von bis zu 10.000 Euro.
2023 zwischen 800 und 1.000 Kilo Bärlauch in Leipzig gestohlen
Wie "Tag24" berichtet, wurden laut der Leipziger Polizei, in den Wäldern von Leipzig im vergangenen Jahr zwischen 800 und 1.000 Kilo Bärlauch gestohlen. Aus diesem Grund hat die Polizei Leipzig eine Fahrradstaffel eingerichtet, welche die Wälder in der Umgebung abfährt und Ausschau nach Pflanzendieben hält.
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Dabei achten die Polizisten auf besondere Merkmale: Schmutzige Klamotten, schlammiges Schuhwerk und volle Beutel seien Hinweise auf Pflanzendiebe. Häufig verstecken die Täter ihre Beute auch im Wald und würden diese in der Dämmerung abholen.
Warum wird Bärlauch gestohlen?
Gegenüber dem MDR sagte Graupner, dass "auffällig viele russischstämmige Menschen" in Leipzigs Umgebung Bärlauch klauen würden. Gerade in Russland und den umliegenden Gebieten gilt Bärlauch als Delikatesse. Davon abgesehen tummeln sich unter den Tätern aber Personen jeder Nationalität und Bevölkerungsschicht.
In der Küche dient Bärlauch wegen seiner Milde häufig als Knoblauchersatz. Wird er zu stark erhitzt, geht aber sein Aroma verloren. Bärlauch eignet sich unter anderem für Salate, Suppen, Soßen und Quarkspeisen. Auch die Zwiebeln, Knospen und jungen Blüten des Bärlauches sind essbar. In Salz und Essig eingelegt, sind die grünen Samen ein würziger Ersatz für Kapern.
Bärlauch enthält Vitamin C, Eisen und Magnesium. Er wirkt dadurch antibakteriell und regt die Verdauung an.
Wie viel Bärlauch darf man sammeln?
Konkret darf man laut der sogenannten Handstraußregelung von wild wachsenden Blumen, Gräsern, Farnen, Moosen, Flechten, Früchten, Pilzen, Tee- und Heilkräutern nur geringe Mengen für den persönlichen Bedarf pflücken oder ernten. Dies ist im Bundesnaturschutzgesetzes geregelt.
Wann ist Saison für die Bärlauch-Ernte?
Die Saison für die Ernte von Bärlauch fängt circa Mitte März ab. In dieser Zeit wachsen die Blätter aus der Erde.
Die Saison ist relativ kurz und hört mit der Blüte des Bärlauchs gegen Anfang Mai auf. Die Pflanze sprießt zwar auch noch nach diesem Zeitpunkt, aber die Ernte wird dann nicht mehr empfohlen. Grund: Nachdem der Bärlauch geblüht hat, verliert er immens an Geschmack.