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Überraschung nach Hochzeitsnacht Überraschung nach Hochzeitsnacht: Brautpaar muss sich durch Leergut-Geschenk kämpfen

Von Diana Dünschel 25.07.2018, 05:00
Das mit 400 Kisten zugestellte Haus des Hochzeitspaares
Das mit 400 Kisten zugestellte Haus des Hochzeitspaares Leserfoto

Roßbach - Weil die Eltern der Braut ihrer Tochter und dem frisch gebackenen Schwiegersohn zur Hochzeit nicht einfach einen Umschlag mit Geld zustecken wollten, musste sich das junge Paar erst den Weg zum Eigenheim mit dem Wegräumen ineinander verschraubter Kisten mit leeren Flaschen erkämpfen und darf nun auch noch alles selbst zur Leergutannahme zurückbringen.

So geschah es vergangenen Sonntag in Roßbach, und neben Verwandtschaft und Bekanntschaft wurde das praktisch über Nacht zugestellte Haus zu dem Fotomotiv auch für die gesamte Dorfgemeinschaft.

Etwa 400 Kisten mit Leergut waren von einem Fachhändler im Vorfeld besorgt worden

Etwa 400 Kisten mit Leergut waren von einem Fachhändler im Vorfeld besorgt worden, ist von der Familie zu erfahren. Nach der romantischen Trauung auf der Braunsbedraer Seebrücke am Sonnabend und der anschließenden Feier in Wünsch hatte man Braut und Bräutigam für die Hochzeitsnacht im Radisson-Hotel in Merseburg untergebracht. Das verschaffte der Familie Sonntag in aller Frühe Zeit für ihre spezielle Überraschung.

Eine Handvoll Verschwörer brauchte dann etwas mehr als drei Stunden für das „Schmücken“ des Hauses, das am Ende von zwei Seiten bis unters Dach zugestellt war.

Zwei vergoldete Schraubenschlüssel bei den Geschenken

Dann kam das Brautpaar nach Hause. „Ich freute mich auf ein paar bequeme Schuhe. Und dann wollten wir in Ruhe die Geschenke auspacken“, erinnert sich Bräutigam Ronny Hügel. Und sein erster Gedanke, als er sein Haus sah? „Das darf doch nicht wahr sein“, sagt er 24 Stunden später, als er schon darüber lachen kann.

Denn nach dem ersten Schock wird für ihn und seine Frau schnell klar, so einfach wegräumen geht nicht. Speziell die Eingangstür hatte die liebe Verwandtschaft gleich mit mehreren Reihen Kisten zugeparkt. Nett, wie die Familie aber nun mal ist, befanden sich unter den Geschenken zwei vergoldete Schraubenschlüssel.

Besonderer Heiratsantrag im Vorfeld

Das Ende vom Lied: Auch Montag kann sich der Bräutigam keineswegs ausruhen. „Ich schaffe gerade die zweite Fuhre Kisten weg“, sagt er beim Anruf der MZ. Die ganze Aktion sah er nicht nur locker, er ist auch voller Respekt: „So ein Haufen Arbeit im Vorfeld.“

Aber eigentlich hätte er sich denken können, dass es nach seinem schon außergewöhnlichen Heiratsantrag schwer war, ihn und seine Frau so richtig aus den Socken zu hauen. Denn gefragt hatte der Roßbacher seine Liane mit einem Plakat, das ein Fallschirmspringer bei einer Show über dem Dorf langsam zu Boden schweben ließ. Da konnte seine Angebetete einfach nicht Nein sagen. (mz)