Pfännerhall im Geiseltal

Pfännerhall im Geiseltal: Künftig ganz nah an den Waldelefanten ran

Braunsbedra - Fans des Stars aus dem Geiseltal erwartet zu seinem zweiten Geburtstag ein neues Angebot: Statt ihn hinter Glas anzusehen, darf man künftig ganz nah ran.

Von Diana Dünschel

Nein, eine Torte bekommt er zu seinem zweiten Geburtstag nicht. Man weiß ja auch nicht so genau, welche Geschmacksrichtung der Waldelefant in der Braunsbedraer Pfännerhall bevorzugt. Denn eigentlich tut er den lieben langen Tag nichts anderes, als sich im Kreis zu drehen und zu trompeten. Mehr als das und sein höchst imposantes Erscheinungsbild war auch nie nötig. Im Nu ist der Dickhäuter zum Star des Geiseltals geworden.

Am 28. Mai 2015 wurde in der ehemaligen Zentralwerkstatt des Braunkohlekombinats die Fossilien-Ausstellung „Fundort Pfännerhall“ eröffnet. Denn während des 300-jährigen Kohleabbaus im Geiseltal waren unzählige Tierknochen zum Vorschein gekommen. Neben dem bekannten 50 Millionen Jahre alten Skelett des Urpferdchens hatte der Fund von Überresten des vor gut 200.000 Jahren im Geiseltal lebenden Waldelefanten so für Aufsehen gesorgt, das ihm das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle eine eigene Schau widmete.

Waldelefant im Pfannerhall: Präparator Martin Kroniger hat eine Rekonstruktion angefertig

Aus diesem Anlass hatte der Präparator Martin Kroniger eine Rekonstruktion angefertigt, die bis zur Rüsselspitze 6,50 Meter groß ist. Nach einer anschließenden Ausstellungstour quer durch Deutschland bekam der Waldelefant in der Pfännerhall sein zweites Zuhause. Hier dreht er sich nun laut trompetend, sobald ein Besucher zur Tür hereinkommt, damit man ihn auch gebührend von allen Seiten bewundern kann. Durch den unterschiedlichen Lichteinfall scheint er zu blinzeln. Wer genau schaut, sieht, dass sich ab und zu eines seiner Ohren leicht bewegt.

Die vergangenen beiden Jahre hat die Hauptattraktion so gut wie spurlos überstanden. Mehr als 27.000 Menschen kamen schon. Und alle waren hin und weg. Für sie hat sich der Waldelefant rund 170.000 Mal auf seiner Drehscheibe um die eigene Achse bewegt. Natürlich müsse er ab und zu geputzt werden, sagt Kathrin Butter, die Geschäftsführerin des Fördervereins Pfännerhall, als Betreiber des Besucherzentrums.

Auch auf alle Kinder wartet demnächst ein neues Abenteuer in der Pfännerhall

Überall an ihn heranzukommen, sei dann ganz schön aufwendig. Immerhin aber reiche fürs Großreinemachen in der Regel ein Staubwedel. Ja, heiser sei der Dickhäuter zwischendurch schon mal gewesen. Und vielleicht müssten seine immer locker werdenden Ohren noch mal nachgeschraubt werden. Ansonsten aber habe sie noch keine tierischen Klagen gehört.

Natürlich kann es sein, dass sich der Waldelefant hinter seinen dicken Glasscheibe ab und zu einsam fühlt. Doch dagegen will der Förderverein jetzt etwas tun. Anlässlich seines zweiten Geburtstags gibt es ein neues Angebot: Fans müssen nicht hinter der Scheibe stehen bleiben, sondern dürfen ihm zum Greifen nah kommen. Diese Spezialführung wird ab zehn Personen angeboten. Dazu kann man sich mit dem Dickhäuter fotografieren lassen und dieses Erinnerungsstück anschließend gleich mitnehmen.

Auch auf alle Kinder wartet demnächst ein neues Abenteuer in der Pfännerhall. Nach dem Vorbild des Erfolgsfilms „Nachts im Museum“ wird es Projektabende geben. Nach moderner Schatzsuche, Nachtwanderung und leckerem Essen können sie beim Elefanten schlafen. Wenn das nichts ist.

Informatioenen zur Braunsbedraer Pfännerhall

Die Braunsbedraer Pfännerhall versteht sich als Besucherzentrum, Ausstellungs- und Veranstaltungsgelände. Besichtigen kann man aktuell die Fossilienausstellung „Fundort Pfännerhall“ mit dem Waldelefanten, eine Schau über den 300-jährigen Bergbau im Geiseltal samt archäologischen Fundstücken aus dem Nachbartagebau Profen im Burgenlandkreis sowie eine Übersicht über den Bau der ICE-Strecke Halle/Leipzig-Erfurt, die teils durchs Geiseltal verläuft.

Daneben werden in der Pfännerhall 2017 eine Hundeschau und eine Meisterschaft von Züchtern exotischer Vögel ausgetragen, und es findet ein Weihnachtskonzert in Kooperation mit der Musikschule statt. Die ehemalige Zentralwerkstatt kann aber auch von Firmen oder Privatpersonen für Feierlichkeiten angemietet werden und führt Kinderprojekte durch. (mz)

Informationen im Internet unter: www.pfaennerhall-geiseltal.de