Fussball-Landesliga Fussball-Landesliga: Trainer-Entlassung bei Farnstädt
Farnstädt/MZ. - "Nicht aus sportlichen Gründen", sagen Vereinschef Jochen Conrad und Trainer Thomas Müller unisono. "Er hat die Mannschaft und das Umfeld nicht mehr erreicht", fügt Conrad an.
Am Dienstagnachmittag, 15 Uhr, hat der Vereinsvorsitzende dem scheidenden Coach die Botschaft überbracht. "Wir haben lange geredet", so Conrad. Am Abend, vor Trainingsbeginn, teilte der Vorsitzende die Entscheidung des Vorstandes dann auch der Mannschaft mit und informierte über die Zuständigkeiten in den nächsten Tagen, vielleicht auch Wochen. In der Übergangszeit, bis ein neuer Trainer vorgestellt werde, übernimmt Michael Hüneburg gemeinsam mit Co-Trainer und Spieler Stephan Wille das Team. Zudem werden sie von Torwarttrainer Manfred Daum und Mannschafts- und Abteilungsleiter Dieter Schumann unterstützt.
Thomas Müller wurde im Juli 2010 als Trainer verpflichtet, nachdem man sich von Mathias Merta einvernehmlich getrennt hatte. "Mit Müller wollen wir uns strategisch neu ausrichten. Schließlich ist ein Mittelfeldplatz unser erklärtes Ziel. Jedes Jahr Abstiegskampf kann nicht unser Anspruch sein", meinte der Vorsitzende Jochen Conrad damals. Diese sportlichen Ziele hat Thomas Müller mit den Blau-Weißen allesamt erfüllt. Im letzten Jahr scheiterte man nur knapp am Aufstieg in die Verbandsliga. "Und auch dieses Jahr sind wir erfolgreich in die Saison gestartet", meint Conrad. Die zwei Niederlagen zuletzt hätten definitiv nicht den Ausschlag für die Entlassung gegeben.
Der Grund sei ein anderer. "Der Verein Blau-Weiß Farnstädt ist ein besonderer", sagt der Vorsitzende Jochen Conrad. Farnstädt ist keine Stadt, sondern ein Dorf mit etwa 1 600 Einwohnern, wo ein Großteil der Einwohner auch eine enge Verbundenheit zu dem Verein hat. 150 Zuschauer besuchen im Schnitt die Heimspiele von Blau-Weiß. "Wir sind ein Verein, bei dem viel Wert auf das Miteinander gelegt wird", so Conrad. Mit Thomas Müller hatte der Verein erstmals einen Trainer, der von außerhalb kam - die vorherigen, Danny Rabenhold, Nico Häring, Mathias Merta stammen alle aus Farnstädt. Ist dieses Experiment mit einem auswärtigen Trainer damit gescheitert? "Nein", meint Conrad, "wir haben fast zweieinhalb Jahr mit Thomas Müller gut zusammengearbeitet. Dass wir keinen Auswärtigen mehr nehmen, sollte man nie ausschließen." Das hört sich wiederum so an, dass Farnstädt nun erst einmal wieder in den eigenen Reihen einen Trainer sucht. "Wir haben schon Gespräche geführt", so der Vorsitzende, "mit wem, daran kann ich mich nicht erinnern", fügt er an und lacht. In den nächsten zwei Wochen wolle man weitere Gespräche führen. "Es soll ja kein Schnellschuss werden", so Conrad.
Thomas Müller will früher oder später wieder einen Trainerposten übernehmen. "Ich werde mit Sicherheit dem Fußball treu bleiben", sagt er und blick kurz zurück: "Ich hatte zwei schöne Jahre und wünsche den Farnstädtern alles Gute."