Fußball Kreisoberliga Fußball Kreisoberliga: Das Team im Farnstädter Team
Farnstädt/MZ. - Vater, Papa, Papi oder Vati - diese Anreden sind bei Fußballspielen der zweiten Mannschaft des SV Blau-Weiß Farnstädt auf dem Platz nicht zu hören. Dabei wäre es doch angebracht, denn irgendwie muss der 17 Jahre alte Mittelfeldspieler Max Merta seinen Vater und Stürmer Mathias (41) etwa bei einem Zuspiel ja nennen. "Higgins", sagt Max, "ich rufe ihn Higgins." Vater oder Papa wäre ihm dann doch ein wenig peinlich. "Er hat mich gefragt, ob er mich bei meinem Spitznamen rufen kann", erzählt Mathias Merta, der nichts dagegen hatte.
Für "Higgins" und seinen Sohn Max ist es ein Riesen-Erlebnis, in dieser Fußball-Saison gemeinsam in einer Mannschaft zu spielen. "Darauf haben wir uns schon Jahre gefreut, denn wir wussten, dass es irgendwann so weit sein würde", sagt Mathias Merta, der voraussichtlich seine letzte aktive Spielserie bei Blau-Weiß bestreitet. Nach einer 90-Minuten-Partie tue dem 41-Jährigen nämlich schon das ein oder andere Körperteil mehr weh, als noch vor ein paar Jahren.
Als 17-Jähriger hat Max ein Spielrecht für Farnstädts Männermannschaften. "Ich trainiere schon drei Jahre lang bei der ersten Mannschaft mit", erzählt er und sein Ziel sei ganz klar, sich in der Landesliga-Elf von Blau-Weiß durchzusetzen. Bisher ist er dort noch Reservespieler, spielt vorrangig in der Zweiten, was er allerdings auch nicht als schlimm empfindet. Denn: "Ich will die Zeit, mit meinem Vater zusammenzuspielen, ja auskosten."
Und wie viel Fußball-Talent hat der Sohn von seinem Vater geerbt? "Das Kopfballspiel auf jeden Fall", sagt Mathias Merta, denn das habe er mit Max früher im Garten immer geübt. Zudem sei der 17-Jährige sehr ehrgeizig und zweikampfstark. Wo mangelt es beim Vater? "Er ist nicht schussgewaltig", meint Max, "eher ein Kopfballspieler."
Der 17-Jährige wird nicht wie sein Vater als Stürmer eingesetzt. "Im Nachwuchs hat er in der Abwehr angefangen, dort zwar auch einige Tore geschossen, aber weiter nach vorn als ins Mittelfeld hat er es bei der Aufstellung nicht geschafft", erzählt Mathias Merta und lacht. Max spielt bei den Männern rechten Verteidiger oder im rechten Mittelfeld. Von dort aus kann er den Vater im Sturm-Zentrum mit Bällen füttern.
Am vergangenen Samstag hätte es fast geklappt: Flanke Merta, Tor Merta. Aber eben nur fast. "Wir warten in dieser Saison noch darauf, dass das Merta-Team zuschlägt", sagt der 41-jährige Vater. "Das wäre ein Erlebnis", fügt Max an. Erlebnis genug ist für die Merta-Jungs aber auch schon die Tatsache, für Blau-Weiß zu spielen. "Es ist ein Super-Verein. Und Max kann es schaffen, von kleinauf in die erste Männermannschaft - das haben nicht viele vor ihm geschafft", sagt Mathias Merta stolz. "Ein Vereinswechsel kommt vorerst nicht in Frage", sagt Max aufgrund dessen. Er geht nun in die 12. Klasse am Gymnasium in Querfurt, könnte, wie sein Vater sagt, danach bei der Teha in Querfurt studieren und somit auch dem Verein erhalten bleiben.
In der nächsten Fußball-Saison werden Max und Mathias Merta dann aber die Rollen tauschen. Früher war es immer der Sohn, der bei den Spielen seines Vaters in der ersten Männermannschaft als Zuschauer am Rand stand und mitfieberte. Bald wird es der Vater sein, der, jetzt schon stolz auf den Filius, draußen steht und zuschaut - dann sicherlich als Vati und nicht mehr als "Higgins".