Baumängel in Braunsbedra

Baumängel in Braunsbedra: Darum wird Gnadenkirche gesperrt

Braunsbedra - Laut Pfarrer schädigen zu schwere Ziegel die Dachkonstruktion. Wann Reparatur beginnt, steht nicht fest.

Von Diana Dünschel

Die evangelische Gnadenkirche in Braunsbedra ist aufgrund von Baumängeln gesperrt worden. Vorübergehend, wie ein Zettel am Tor verrät. Hintergrund sei der schlechte Zustand insbesondere tragender Teile im Dachbereich, ist dort zu lesen. Auch im Eingangsbereich bestehe Gefahr durch schadhaftes Mauerwerk. Ab wann die Kirche wieder genutzt werden könne, entscheide sich frühestens im Juni 2017. Die Gottesdienste würden in umliegenden Kirchen oder im Gemeindehaus stattfinden.

Pfarrer Benjamin Neubert sagte gegenüber der MZ, man habe beobachtet, dass die Emporen reißen. Die Wände würden auseinander driften. Grund dafür sei die nicht stabile Dachkonstruktion. Die zu DDR-Zeiten aufgebrachten Ziegel seien zu schwer für die Balken aus dem 18. Jahrhundert. Allerdings wisse man noch nicht, wie schnell diese Bewegung voran schreite. Mit etwas Glück müssten nur die Emporen bis zur Reparatur gesperrt werden, im schlimmsten Fall bleibe die Kirche ganz zu. Man habe ein Architekturbüro beauftragt, Näheres herauszufinden. Die Messungen würden aber noch einige Monate andauern.

Kostenschätzung für Arbeiten am Dach und dem Dachstuhl

Laut dem Pfarrer liegt dennoch bereits eine erste Kostenschätzung für Arbeiten am Dach und dem Dachstuhl über mindestens 100.000 Euro vor. Diese Summe enthalte aber noch viele Unbekannte. An der Konzeption zur Reparatur werde gearbeitet, doch die Ergebnisse des Architekturbüros seien dafür entscheidend. Er wünsche sich jetzt jemanden, der sich in dieser Sache „vor den Karren spannt“, Menschen, die sich engagieren, vielleicht einen Förderverein gründen.

Für ihn als Pfarrer ändere sich mit der Sperrung der Gnadenkirche nichts. Die Gottesdienste würden jetzt in der Winterkirche im Bedraer Gemeindehaus stattfinden, so Benjamin Neubert. Ansonsten könnten die Gemeindemitglieder auf die umliegenden Kirchen in Schortau, Großkayna oder die Erlöserkirche in Braunsdorf ausweichen. In letzterer würden auch Heiligabend zwei Gottesdienste gefeiert. Sie sei nur unwesentlich kleiner als die Gnadenkirche. Bei Bedarf könne man auch noch zusätzliche Stühle dort aufstellen.

Die Kirche selbst geht auf spätgotische Ursprünge zurück. Sie wurde mehrfach grundlegend erneuert. Der Turm erhielt 1770 mit seiner barocken Zwiebelhaube seine heutige Form und bei dieser Restaurierung wahrscheinlich auch den hölzernen Kanzelaltar. (mz)