Alte Brennerei Alte Brennerei: Besondere Spurensuche zum Thema Weinbau

Niemberg/Höhnstedt - Wer in Höhnstedt auf eine geschichtliche Spurensuche geht, kommt am Thema Wein nicht vorbei. „Mönche haben einst den Weinanbau von den Römern gelernt und ihn im frühen Mittelalter auch in die Höhnstedter Region gebracht“, erzählt die Künstlerin Beatrix Weißflog. Sie leitet gemeinsam mit dem Künstler Hartmut Hermann in diesem Jahr wieder das traditionelle Schülerprojekt des Vereins Alte Brennerei Niemberg. In diesem Jahr lautet das Motto „Geschichten und Geschichte von Aus- und Einwanderern aus und in den Saalekreis“.
Das außerordentlich vielfältige Thema lässt Blicke in die Geschichte wie in die Gegenwart zu. Die Sechstklässler der Sekundarschule Höhnstedt haben sich unter Leitung ihrer Kunstlehrerin Sabine Gräber dafür entschieden, sich mit der Geschichte des Weinanbaus zu befassen. Dazu gehörte auch eine Wanderung in die Weinberge und ein Besuch im Weingut am Röhrborn. Dort erzählt ihnen Winzer Wilfried Krüger viel Wissenswertes über den Weinanbau und baute mit ihnen aus Naturmaterial einen kleinen Weinspaliergang, wie er vor 1.000 Jahren hätte aussehen können.
Vielfältige Skizzen
Zudem schauten sich die Mädchen und Jungen an, wie Weinranken überhaupt aussehen und fertigten unter Leitung der Künstler vielfältige Skizzen.
Ausgehend von Ihren Zeichnungen machten sich die Schüler am Donnerstag in der Alten Brennerei daran, Kunstwerke zu gestalten. Sie ritzten Bilder in Kupfertafeln und fertigten Keramikplatten an. „In diesem Jahr wollen wir eine Wandgestaltung für den Skulpturenpark herstellen“, so Beatrix Weißflog.
Mit unterschiedlichen Tonarten werden plastische Reliefs gebaut. Die Höhnstedter Schulklasse brachte Trauben, Blicke in den Weinberg, Weinberghütten und auch Weinflachen und -gläser auf ihre Platten. Neben dem Kunstwerk für den Skulpturenpark des Dorfgemeinschaftshauses Alte Brennerei nehmen sich die Schulen nach dem Brennen Keramikplatten mit für die Gestaltung der Schulgebäude.
Cooles Projekt
„Das Projekt ist cool. Ich mag es, mit Ton zu arbeiten. Und die Wanderung in den Weinberg und die Aussicht dort waren toll“, gibt sich Sechstklässlerin Eva Herrmann begeistert. Auch ihre Mitschülerin Antonia Marx bestätigt das. Lehrerin Sabine Gräber nimmt bereits seit mehreren Jahren jeweils mit einer Schulklasse an dem Niemberger Schülerprojekt teil. Sie findet es gut, einmal raus aus der Schule zu gehen, andere Lernorte zu erleben. „Es ist jedes Mal eine Spurensuche im wahrsten Sinne des Wortes. Und das Ergebnis, das dann in den Park der alten Brennerei kommt, ist beeindruckend“, sagt die Lehrerin.
In diesem Jahr kommen 18 Schulklassen aus 13 Schulen aller Schulformen nach Niemberg zum Projekt. „Erstmals ist auch eine Klasse aus der halleschen Kooperativen Gesamtschule ,Wilhelm von Humboldt’ dabei“, freut sich Jens Prinzing vom Verein Alte Brennerei. Im Herbst soll das Projekt mit einer großen Präsentation abgeschlossen werden. Auch ein Wandkalender für das Jahr 2017 entsteht. Zudem wurde ein Wettbewerb für die Schulklassen ausgelobt. Die Schüler sollen sich mit der „Darstellung von Wanderungen der verschiedenen Völker“ aus Vergangenheit und Gegenwart befassen. Gleichzeitig sollen sie überlegen, was die Völker gemeinsam haben, und das auf einer Tapetenbahn darstellen. (mz)