MZ-Ferienspaß am 13. August MZ-Ferienspaß am 13. August: Mit Ritter "Buliwyf" das Schwert gekreuzt

Querfurt/MZ - Wann es endlich los geht, wollten zahlreiche Neugierige gestern auf dem Burggelände in Querfurt wissen. Auf den Beginn eines im Rahmen des MZ-Ferientages gebotenen Rundgangs mussten die Besucher dann auch nicht allzu lange warten.
Bei zu dem Zeitpunkt noch strahlendem Sonnenschein ging es über das gesamte Burggelände, „und das ist rund drei Hektar groß“, konnten die Teilnehmer von Burgführer Heiko Einecke erfahren. Die Querfurter Burg gehöre zu den größten noch erhaltenen Mittelalterburgen. Betrachte man alle an der Straße der Romanik gelegenen Burgen, sei sie sogar die größte.
Burggelände bei Filmteams beliebt
Nicht nur Besucher werden von der interessanten Anlage immer wieder angelockt. Auch Filmteams sind hier nicht selten anzutreffen. Jüngst seien etwa Szenen des Films „Der Medicus“ gedreht worden. Weithin bekannt ist der Burgfried, der vielen Leuten unter der Bezeichnung „Dicker Heinrich“ geläufig ist. Das war laut dem Burgführer aber nicht immer so.
Ursprünglich sei die Nordost-Bastion so bezeichnet worden. Wo es von der Burganlage in Richtung Innenstadt geht, ist sie zu finden. An der Stelle habe es in früheren Jahrhunderten eine Zugbrücke gegeben, wodurch die Burg besser vor Angriffen geschützt werden konnte.
Noch viele weitere interessante Punkte konnten die Teilnehmer in Augenschein nehmen und sich über die Historie informieren lassen. Unterhaltsam fand den Rundgang auch Christine Rothe. Zusammen mit ihren drei Enkelkindern hatte sie sich unter die Leute gemischt. „Wir sind aus Naumburg gekommen“, erzählte sie, während sich die Enkel im Bogenschießen probierten und mit den Pfeilen auch ein paar Büchsen treffen konnten.
Aus Wimmelburg bei Eisleben war Familie Liner angereist. „Wir haben unsere beiden Enkel Leon und Hannes zu Besuch“, plauderte Elisabeth Liner. Die beiden Jungen im Alter von sechs beziehungsweise neun Jahren kannten die Burg bereits von einem früheren Fest, fanden den Tag aber dennoch toll, wie sie sagten. Zum Kinderschminken war das gut gelaunte Quartett gerade unterwegs.
Allerdings machte kurz darauf das Wetter einen Strich durch die Rechnung, zumindest zeitweise, und die Gäste mussten sich vor einem Schauer schützen. Das bunte Programm war durch den Regen auch im Bauernmuseum kurz zum Erliegen gekommen. Hier wartete Museumsleiterin Viola Pufky darauf, dass die Wolken endlich abzogen. Wenig später tummelten sich dann wieder zahlreiche Gäste auf dem Gelände, auf dem auch Esel Bruno zu sehen war. Kinder durften auf ihm reiten.
Ein braunes und ein weißes Alpaka hatte Peter Gieseler aus Schmon mitgebracht. „Die sind eher scheu, lassen sich aber trotzdem streicheln“, sagte er, während immer wieder kleine Gäste zu ihm kamen, um die Tiere zu bestaunen. An anderer Stelle warf sich der 13-jährige Leon in Schale. Ein Kettenhemd wurde ihm angelegt. In kompletter Rüstung durfte er mit Ritter Buliwyf das Schwert kreuzen.
Trolle treiben ihr Unwesen
Weniger martialisch, aber nicht minder spannend ging es bei Christian von Aster zu. Der Burgschreiber verriet seinen Zuhörern, dass auf der Burg zuweilen wohl auch Trolle ihr Unwesen treiben. Ein ganzes Buch hat er sogar darüber geschrieben. Ein paar Geschichten daraus bekamen die Gäste beim MZ-Ferientag zu hören.
Die Querfurter Burg war in den vergangenen Jahren mehrfach Veranstaltungsort für einen MZ-Ferientag. Bei den vorangegangenen Auflagen kamen jeweils weit mehr als 1 000 Besucher, gestern waren es rund 900.