Krimi von Antje Penk Krimi von Antje Penk: Tabakhändler wird in Wörlitz ermordet

Kemberg - Auf die Frage, warum sie sich mit Kriminalliteratur beschäftige, antwortet die Kemberger Autorin Antje Penk: „Ich lese selber Krimis, erzeuge gern Spannung und will etwas schreiben, das die Leute lesen möchten.“
Und wie man erkennen kann, hat sie die beiden letztgenannten Vorsätze in ihrem neuen Werk „Der Tabakhändler“ erfolgreich umgesetzt. Die 43-Jährige erzählt darin die Begebenheiten um den Wörlitzer Tabakhändler Christian Stange. Stange wird unter mysteriösen Umständen ermordet auf seinem Grundstück gefunden. Wo sind der oder die Täter zu finden?
Von Beginn an richtet sich der Verdacht auf Schlossermeister Ewald Preitz, den Schwager des Toten. Doch die Dinge fügen sich nicht so einfach zusammen, wie es zu Beginn scheint. Polizeidiener Johannes Abendroth recherchiert gründlich und trifft dabei auf Vorverurteilungen, die er nicht einfach hinnehmen will. Die Frage, ob seine Zweifel letztendlich zur Entlastung des Beschuldigten führen, löst sich nach reichlich 200 spannenden Seiten erst am Schluss auf.
Das Jahr des Geschehens: 1884. Die Namen der handelnden Personen sind echt, ebenso wie die erwähnten Orte. Neben Wörlitz tauchen in der Handlung auch Griesen, Horstdorf und Riesigk, beziehungsweise die damaligen Wege dorthin, auf. Manche Straße und manches Gasthaus kennt man heute noch. Und die Namen der damals agierenden Leute?
Antje Penk sagt dazu: „Ich setze voll auf Authentizität. Man könnte manches vom Geschehen im Buch noch heute konkret nachverfolgen, wenn man die Orte ablaufen würde.“ Sie hat ihre Leidenschaft zum Kriminalroman vor einigen Jahren entwickelt, bei der Zusammenarbeit mit Siegfried Schwarz, einem echten Kriminalisten.
„Wir haben zwei Bücher zusammen gemacht, die sich um authentische Kriminalfälle drehen“, schildert die Autorin die Vorgeschichte. Dabei handelte es sich unter anderem um das Buch „Der Makronenmord“. Wie kam sie jetzt zu dem Stoff mit dem Tabakhändler und wie zu den geschickt zusammengefügten Details?
Dazu verrät die Autorin, dass es der Wörlitzer Museologe Uwe Kettmann war, der sie während eines Vortrags auf das damalige Geschehen aufmerksam machte. Den Rest der Fakten ausfindig zu machen, war dann Fleißarbeit. Antje Penk verbrachte viele Stunden im Archiv Dessau mit dem Studium der originalen Ermittlungs- und Gerichtsakten.
Dieses Material zu einem spannenden Buch zusammenzufassen, war dann Handwerk. Dabei kam auch Penks Fantasie - zum Genuss des Lesers - nicht zu kurz. So ist zum Beispiel die Szene amüsant, in welcher der Polizeidiener ein Telegramm aufgeben will, der Postbeamte aber den Inhalt nicht lesen soll.
Und der seinerseits bringt den Polizisten mit seiner Neugierde in Bedrängnis, indem er als Tausch für eigene Erkenntnisse Einblicke in Ermittlungsergebnisse einfordert. (mz)