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Bundesliga-Serie  Bundesliga-Serie : Ingo Schmidt über seine Leidenschaft als Mönchengladbach-Fan

Von Ralf Kandel 28.07.2017, 11:00
Ingo Schmidt hat unzählige Fanartikel von Borussia Mönchengladbach.
Ingo Schmidt hat unzählige Fanartikel von Borussia Mönchengladbach. Ralf Kandel

Questenberg - Ein Tag ohne Borussia Mönchengladbach? Für Ingo Schmidt ist dies undenkbar. In seinem Haus in der Brauhausgasse in Questenberg ist der Bundesliga-Verein allgegenwärtig. Im Büro des selbstständigen Brandschutztechnikers sowieso, auf der Treppe, am Auto und, und, und... Überall sind Fotos, Embleme und verschiedene Utensilien, die mit der Raute verziert sind, zu erkennen. Borussia eben überall.

Fanclub „Kyffhäuser Fohlen“ hat rund 80 Mitglieder

Fußball ist ihr Leben. In den Tagen bis zum Bundesliga-Start am 18. August stellt die MZ jeden Tag einen Fanclub oder einen Fan eines Bundesligisten aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz vor. Sie alle ordnen der Liebe zur ihrem Verein Vieles unter, fahren hunderte Kilometer, nur um ihren Verein spielen zu sehen, und investieren neben Geld vor allem ihre Freizeit. In der Serie sprechen sie über Ziele, Träume und andere Details aus dem Alltag eines Fans.

Der „Präsi“, also der Vorsitzende des Fanclubs „Kyffhäuser Fohlen“, lebt und liebt den Bundesliga-Club aus dem Rheinland. Die Liebe teilt er nicht nur mit seiner Frau und seiner Tochter, die beide längst vom Borussia-Virus infiziert und Besitzer von Dauerkarten sind. Auch mit rund 80 anderen Menschen, die Mitglied im Fanclub sind, tauscht er sich gern aus. Sie sind zwischen 14 und 63 Jahren alt und kommen aus der Region rund um Questenberg, aber auch aus Thüringen, Sachsen und anderen Orten Sachsen-Anhalts.

Wann und wie bei Ingo Schmidt, den alle aufgrund seiner Leidenschaft für Bruce Springsteen nur Bruce nennen, begann? Den genauen Tag weiß er nicht mehr, wohl aber, dass sein Vater „in der DDR immer viel Westfernsehen geguckt hat. Ich war damals schon Borussia-Fan, mein Vater für Bayern und mein Bruder für Schalke. Da war manchmal was los.“

Konkreter kann er sich aber bei der Frage nach dem ersten Spiel seiner Mönchengladbacher, das er live im Stadion gesehen hat, erinnern. Schmidt erzählt: „Das war 1981. Borussia hat in Magdeburg gespielt. Ich war im Block von lauter Magdeburgern umgeben, konnte so beim Tor, das meine Mannschaft geschossen hat, nur innerlich jubeln.“

Als die Mauer fiel, war Schmidt nicht mehr zu halten. Egal, ob in Mönchengladbach oder auswärts, bei Europacup-Spielen oder Trainingslagern - der Questenberger war dabei. „In manchen Jahren habe ich von den 34 Bundesliga-Spielen der Borussia 20 im Stadion gesehen. Aber jetzt bin ich schon ruhiger geworden“, lacht er. Die 410 Kilometer zwischen dem Dörfchen im Südharz und seiner Fußball-Hauptstadt hat Schmidt schon ungezählte Male hinter sich gebracht. Kaum einmal allein, oft mit Familie und ganz oft mit Fanclub-Mitgliedern.

Auswärtsspiel bei Celtic Glasgow bleibt Fanclub-Mitgliedern lange in Erinnerung

Busreisen nach Mönchengladbach zu organisieren, ist für den Fanclub-Chef längst Routine. Klar ist auch, dass er die Regeln aufstellt, die von den Fanclub-Mitgliedern einzuhalten sind. „Ich passe schon auf, dass sich keiner von unserem Fanclub daneben benimmt. Das hat dann Konsequenzen, ich habe die Kartengewalt. Ich passe auf, wir haben einen guten Ruf in Mönchengladbach, den lasse ich mir nicht versauen“, sagt er dazu nur. Bei seiner schönsten Tour hingegen gerät er ins Schwärmen. „Das war ganz klar das Auswärtsspiel bei Celtic Glasgow. Die Stimmung – einmalig. So eine Gastfreundschaft habe ich noch nie erlebt.“ Und wo geht es heiß her? „In Köln, da sind viele Idioten“, sagt er dazu.

Gern erzählt Schmidt auch von den gemeinsamen Unternehmungen. Von Fahrten zu Spielen, vom Besuch des Kinofilms „Die Raute im Herzen“, von Bowlingabenden und der eigenen Fan-Mannschaft, die gemeinsam mit Spielern eines anderen Fanclubs bei Turnieren mitmischt. Kurzum: Zu tun gibt es immer etwas für den „Präsi“.

Vieles gebe es noch, was Ingo „Bruce“ Schmidt über seine Borussia erzählen könnte. Einmal in Fahrt hört er kaum wieder auf. So bleibt nur, ihn mit der Frage nach dem Platz, die die Mönchengladbacher am Ende der Saison belegen, im Redeschwall zu unterbrechen. „Wir werden Sechster, spielen Europa-League, das wird einfach nur geil“, sagt er und ist mit den Gedanken schon wieder bei Borussia. (mz)