Hallenhockey-1. Bundesliga Hallenhockey-1. Bundesliga: OHC-Damen spielen erstmals ohne Druck

Osternienburg - Da hatte das Osternienburger Damenteam die beste Hallensaison in der 1. Bundesliga gespielt, aber so richtige Freude war nicht zu sehen. Vielleicht lag es auch ein wenig an der unbekannten Situation am Sonntagmittag. „Das war unser erstes Bundesligaspiel ohne Druck“, sagte Susan Klemm. Denn bereits tags zuvor hatte der OHC mit einem Sieg in Lichterfelde und der gleichzeitigen Niederlage der Zehlendorfer Wespen den Klassenerhalt gesichert. In den bisherigen vier Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse hatte das Team immer bis zum letzten Spieltag zittern müssen. „Mit diesem Druck hätten wir heute auch anders gespielt“, war Susan Klemm nach der 3:8-Niederlage am Sonntag gegen den Mariendorfer HC überzeugt.
Diszipliniertes Spiel
Dabei hatte das letzte Punktspielwochenende so perfekt begonnen. In Lichterfelde spielte das Team von Detlef Mourek sehr diszipliniert. Jenny Dolge hatte den OHC bereits in der fünften Minute in Führung gebracht. „Danach haben wir die Struktur nicht verloren“, sagte Trainer Mourek. Vor allem mit der Abwehrarbeit seiner Spielerinnen war er dabei sehr zufrieden. „Das Spiel hat sich irgendwie gut angefühlt“, sagte Abwehrspielerin Sandra Klemm. Lichterfelde fand einfach kein Mittel zum Erfolg, ersetzte sogar schon 20 Minuten vor dem Ende die Torhüterin durch eine sechste Feldspielerin. Wenn es etwas zu kritisieren gab, dann waren es die zahlreichen ausgelassenen Torchancen. Erst Sophie Bergers Treffer zum 2:0 brachte Entspannung und war zugleich der Endstand (46.). „Das gibt es eher selten, dass man in der Halle ohne Gegentor bleibt“, sagte Susan Klemm.
Häufige Diskussion mit den Schiedsrichtern
Bereits am Sonntag bekam sie dafür die Bestätigung. Zwar waren die OHC-Damen in eigener Halle vor 90 Zuschauern nach einer Strafecke durch Tina Mourek in Führung gegangen (7.), aber nicht einmal 60 Sekunden später musste Susan Klemm erstmals hinter sich greifen. Jenna Herbst, die erstmals seit dem ersten Punktspielwochenende wieder spielen konnte, traf aber zur neuerlichen, aber auch letzten OHC-Führung in diesem Spiel (12.). Noch vor der Pause konnten die Mariendorferinnen die Partie drehen. Erst gelang nach einem Abpraller der 2:2-Ausgleich (22.), kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit gingen die Gäste nach einer verwandelten Strafecke sogar mit 3:2 in Führung (27.). Schon in dieser Phase war das große Problem des OHC an diesem Tag zu beobachten: zu häufige Diskussionen mit den Schiedsrichtern. Auch wenn diese mit ihren Entscheidungen auch beim Publikum für Unmut sorgten, so äußerten vor allem Jenny Dolge und Sophie Berger zu oft verbal ihr Unverständnis. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit zu viel über die Entscheidungen aufgeregt“, sagte Detlef Mourek, „da waren wir dann oft zu kopflos.“
Die Gäste, die noch theoretische Chancen auf den zweiten Tabellenplatz hatten, nutzten das eiskalt und setzten sich immer weiter ab. Mit der Hereinnahme von Manuela Tietz auf der Mittelposition baute der OHC aber noch einmal Druck auf. „Sie hat die Mitte sehr gut zugemacht“, sagte Detlef Mourek. In der 43. Minute gelang ihr das so gut, dass sie einen Pass abfangen und den Ball auf Jenna Herbst weiterspielen konnte. Die Stürmerin verkürzte noch einmal auf 3:5. „Aber ich hatte das Gefühl, dass wir machen können was wir wollen und nicht gewinnen“, sagte Sandra Klemm. Sie sollte recht behalten. Drei weitere Gegentore musste der OHC noch hinnehmen und sich im letzten Saisonspiel mit 3:8 geschlagen geben. Deshalb war die verhaltene Freude nach einer toller Saison auch nachvollziehbar. (mz)