"Das wäre besonders hart" "Das wäre besonders hart": Präsident Leuschner zum drohenden Abstieg aus der Basketball-Pro B

Sandersdorf - Wenn die BSW Sixers am Sonnabend (Beginn: 19.30 Uhr) beim SC Rist Wedel verlieren, steigen sie ab. Wenn sie gewinnen, muss zeitgleich Stahnsdorf verlieren, damit der Klassenerhalt gesichert ist. Der Verein steht vor seinem schwersten und vielleicht spannendsten Samstagabend seit Jahren - und ausgerechnet jetzt kann Maik Leuschner nicht live dabei sein. Daniel George hat sich vor dem alles entscheidenden Spieltag mit dem Sixers-Präsidenten unterhalten.
Herr Leuschner, Sie hatten in den vergangenen Tagen mit einer Grippe zu kämpfen. Wird die Kraft reichen, um die BSW Sixers in Wedel zu unterstützen?
Leuschner: Leider nicht. Mir bleibt nur der Live-Ticker.
Zerrt das nicht noch mehr an den Nerven als ohnehin schon?
Leuschner: Wenn man live dabei ist, fühlt sich das natürlich anders an. Am Ticker hast du nicht das Gefühl für das Momentum, du siehst nur die nackten Zahlen. Aber auch vor Ort kann man das Spielgeschehen ja nicht beeinflussen.
Sie haben in den vergangenen Jahren viel Herzblut in den Verein gesteckt. Was löst die aktuelle Situation in Ihnen aus?
Leuschner: Spurlos geht das nicht an einem vorbei. Ich bin ja einer, der die Sixers-Erfolgsgeschichte mitgeschrieben hat, neben vielen anderen.
Wer sich die mehr als vierstündige Autofahrt ins etwa 400 Kilometer entfernte Wedel sparen möchte, kann daheim oder unterwegs den Live-Ticker verfolgen. Unter www.zweite-basketball-bundesliga.de wird über sämtliche Begegnungen informiert. (dg)
Gehen wir vom besten Fall aus: Die BSW Sixers gewinnen und Stahnsdorf verliert. Warum hält ihr Klub dann in den Play-downs die Klasse?
Leuschner: Generell glaube ich, dass unser Team eigentlich zu gut ist, um abzusteigen. Ich denke, dass wir einen riesen Rucksack loswerden würden, wenn wir es doch noch in die Play-downs schaffen würden. Das würde ungeheure Kräfte freisetzen. Dann wäre alles möglich.
Gehen wir vom schlimmsten aus: Was würde ein Abstieg in die 1. Regionalliga für den Verein bedeuten?
Leuschner: Wir wären nicht erfreut. Es ist aber auch so, dass in einem vermeintlichen Rückschritt auch immer eine neue Chance steckt. Das Konzept, das wir verfolgen, junge Spieler zu entwickeln, wäre deshalb nicht gescheitert. Vielleicht funktioniert das in der 1. Regionalliga teilweise sogar besser als in der Pro B, weil sie dort noch mehr Spielzeit erhalten würden. Momentan beschäftigen wir uns mit beiden Szenarien. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Pro B, aber parallel dazu arbeiten wir an einem Konzept, wie wir im Abstiegsfall schnellstmöglich wieder in die Pro B kommen könnten.
Der Abstieg der zweiten Mannschaft aus der Oberliga steht bereits fest. Auch dort sollen sich junge Spieler entwickeln. Auf dieser Idee fußt die Kooperation mit dem Erstligisten Mitteldeutscher Basketball Club (MBC). Wäre diese Zusammenarbeit gefährdet, wenn nun auch noch das Pro B-Team den Klassenerhalt verpassen würde?
Leuschner: Nein, wir sehen die Kooperation nicht gefährdet. Diese Konstellation könnte man auch mit einer Erstregionalligamannschaft halten. Und wir sehen im Nachwuchsbereich momentan ja viele Erfolge unserer Zusammenarbeit.
Thema Unglück: Wie viele schwarze Katzen sind Ihnen in dieser Saison über den Weg gelaufen?
Leuschner: Wissentlich keine (lacht).
Fünf Spiele wurden mit nur einem Punkt Differenz verloren.
Leuschner: Das ist symptomatisch für unsere Saison. Es fehlten immer Leistungsträger verletzt, die in den entscheidenden Phasen den Ausschlag hätten geben können. Das kann Pech sein, man kann vielleicht auch von fehlender Cleverness sprechen.
Anfang kommender Woche fällt eine Entscheidung im Nachlizenzierungsverfahren der Otto Baskets Magdeburg. Öffnet sich für die BSW Sixers noch eine Hintertür?
Leuschner: Sollte es so sein, dass Magdeburg die Lizenzauflagen nicht erfüllt hat, wären wir die Leidtragenden.Wenn der Fall eintritt, dass die Liga am Dienstag beschließt, Magdeburg die Lizenz zu entziehen, könnten sie Einspruch einlegen. Das dauert zwei Wochen. Dann laufen die Play-downs bereits. Das heißt, wir würden Letzter bleiben. Dann bist du trotzdem raus, obwohl ein Team mitgespielt hat, das gar nicht hätte dabei sein dürfen. Das wäre besonders hart.
Sechs Niederlagen in Folge, angewiesen auf die Konkurrenz: Warum sollten die Sixers-Fans noch an den Ligaverbleib glauben?
Leuschner: Die Fans, die in Recklinghausen dabei waren, haben gesehen, dass die Mannschaft von der ersten bis zur letzten Sekunde gekämpft hat. Das können wir wieder garantieren. Ob das am Ende von Erfolg gekrönt sein wird, vermag ich momentan nicht zu sagen. Aber ich bin optimistisch, dass wir das Unmögliche noch möglich machen. (mz)