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Basketball - Pro B Basketball - Pro B: Alles eine Frage der Interpretation

Von christian kattner 27.03.2014, 20:49

sandersdorf/MZ - Gerade einmal zwei von sechs Spielen haben die BSW Sixers in der Play-down-Runde bislang absolviert. Auch wenn sich Präsident Maik Leuschner nach dem Sieg gegen Herten noch nicht zum Klassenerhalt gratulieren lassen wollte, ist der eigentlich schon so gut wie sicher. Acht Punkte beträgt der Vorsprung auf die beiden Abstiegsplätze. Da muss man schon ein großer Pessimist sein, wenn man glaubt, dass noch etwas schiefgehen kann. Sascha Ahnsehl hatte schon vor dem Spiel geäußert, dass der Modus in der Abstiegsrunde nicht optimal sei. „Da könnte man doch auch eine Play-off-Runde spielen“, so der Kapitän. Für deutlich mehr Spannung wäre damit jedenfalls gesorgt.

Denn es droht plötzlich die große Langeweile. Gewinnen die Sixers am Sonntag (16 Uhr) ihre Partie beim VfL Stade, dann könnte auch Maik Leuschner die Glückwünsche nicht mehr verweigern. Der Klassenerhalt wäre dann endgültig in trockenen Tüchern. Die Anspannung würde plötzlich weichen, jeder Spieler, ob er es nun wahrhaben möchte oder nicht, könnte nicht mehr die volle Leistungsstärke abrufen. Sollte der Modus in den Play-downs also nun geändert werden? „Das ist immer auch ein Abwägen der Interessen aller Vereine“, sagt Daniel Müller, „die Leistungen aus der Saison sollen belohnt werden“, sagt der Geschäftsführer der Jungen Liga.

Deshalb gab es bereits vor der laufenden Saison eine wichtige Veränderung am Modus der Abstiegsrunde. Wurden bis zur vergangenen Spielzeit nur die Punkte aus den direkten Duellen aller vier Mannschaften mit in die Play-downs genommen, so zählen jetzt alle Punkte. So geht ein Sieg gegen den Tabellenersten genau so in die Rechnung ein, wie ein Erfolg gegen das Schlusslicht. Die aktuelle Situation der BSW Sixers ist also auch eine Belohnung für die Leistungen der regulären Saison. „Im Norden war es sehr knapp“, sagt Daniel Müller, „da wäre für die Sixers sicher mehr drin gewesen. Aber sie mussten am Ende dem schlechten Start Tribut zollen.“

Dass nun am Sonntag die Luft aus der Play-down-Runde raus sein könnte, empfindet der Geschäftsführer der Jungen Liga als nicht schlimm: „Im Süden ist zum Beispiel noch alles möglich. Da ist zwar eine Mannschaft schon fast abgestiegen, aber bei den drei anderen Teams geht es sehr eng zu.“ Eine Erhöhung der Spannung hält Müller für sehr wichtig, aber es gäbe da immer auch ein Für und Wider. „Der finanzielle Aspekt ist sehr wichtig“, sagt Daniel Müller.

Sicherlich können die Spieler der Teams, die den Klassenerhalt frühzeitig geschafft haben, jetzt argumentieren, dass ihnen die Spannung fehle und sie sich einen anderen Modus wünschen, aber würden sie den auch haben wollen, wenn sie bis zum letzten Tag zittern müssten? „Das sieht jeder Verein aus einem anderen Blickwinkel“, sagt Daniel Müller, „für die Planungssicherheit ist doch eine frühe Entscheidung auch wichtig.“

Und die haben die BSW Sixers ja jetzt. Maik Leuschner hätte noch keine Gespräche mit Spielern und Trainern führen können, wenn das Team nicht in dieser aktuell komfortablen Situation stecken würde. Niemand bei den Sixers würde den aktuellen Vorsprung für mehr Spannung eintauschen wollen. Denn auch wenn der Klassenerhalt bereits gesichert ist, können sich Fans und Spieler über eigene Siege freuen. Argumente für und gegen eine Regeländerung gibt es trotzdem weiterhin. Am Ende ist alles aber eine Frage der Interpretation.