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Basketball Basketball: Hoffnungsträger mit 170 Zentimetern

Von THOMAS SCHAARSCHMIDT 18.07.2011, 17:02

SANDERSDORF/MZ. - Die Erinnerung an Mark Peters kam nicht nur Maik Leuschner in den Sinn. "Wir haben", meint der Teammanager der BSW Sixers, "mit seiner Größe richtig gute Erfahrungen gemacht." In der ersten Spielzeit in der 2. Regionalliga - es war im Winter 2006 / 07 - verpflichtete der Verein während der Saison den nur 1,75 Meter großen Amerikaner als Spielmacher. Mit dem wieselflinken und kaum zu stoppenden Peters gelang den Sixers souverän der Klassenerhalt. Das Publikum schloss den kleinen Mann ins Herz - und der gab diese Liebe in jeder Minute auf dem Feld zurück.

Dieses erfolgreiche Kapitel der Sixers-Vergangenheit dürfte nun auch wieder eine Rolle gespielt haben, als es galt, die Gegenwart zu gestalten: Wie die BSW Sixers am Montag bestätigten, haben sie sich mit dem 25-jährigen Amerikaner Omar Johnson auf einen Vertrag für die neue Spielzeit 2011 / 12 in der 2. Bundesliga Pro B geeinigt. Was Johnson mit Peters zu tun hat? Auch er gehört in die Kategorie: kleiner, schneller Aufbauspieler. Mit gerade einmal 1,70 Meter Körpergröße führte er in den Jahren 2008 bis 2009 das Collegeteam der "University of Texas San Antonio" als Point Guard auf das Feld - und konnte dabei beeindruckenden Statistiken verbuchen. In fast 35 Minuten Spielzeit erzielte er gut zwölf Punkte, gab vier Vorlagen für seine Mitspieler und konnte fast zweimal pro Partie einen Ballgewinn verbuchen. "Wir waren lange auf der Suche nach einem Point Guard, der in unser Spielsystem passt", meint Sixers-Coach Stephen Arigbabu, "ich denke, mit Omar haben wir ihn jetzt gefunden." Johnson soll das Sixers-Spiels mit seiner Schnelligkeit bereichern und seine Teamkollegen dabei in

Szene setzen. "Man sagt von ihm, er ist ein Gewinner und weiß genau, was man dafür tun muss", freut sich Maik Leuschner über die "Königs-Verpflichtung" dieses Sommers. Anfang August zum offiziellen Trainingsstart wird Johnson in Sandersdorf erwartet. Wann genau, das hängt noch von den zur Verfügung stehenden Flügen ab.

Allein aber wird der Amerikaner nicht über den Atlantik jetten. Wie die BSW Sixers ebenfalls bestätigten, kehrt mit Ryan McLemore ein Aufstiegsheld des Vorjahres zurück. Der intelligente und smarte McLemore stand von Anfang an weit oben auf der Wunschliste von Trainer Stephen Arigbabu. "Ryan hat letzte Saison sehr stark gespielt, und ich hoffe, dass er diese Leistungen in diesem Jahr mindestens genauso zeigt. Er ist ein echter Teamplayer, der sich aber auch individuell im Saisonverlauf gesteigert hat."

McLemore war Anfang der vergangenen Saison noch als reiner Verteidigungsspezialist zu den Sixers gekommen, wusste sich aber auch offensiv immer mehr zu steigern. Seinen Spitznamen "Sheriff" verdiente er sich mit starker Rebound- und Blockarbeit. Am Ende durchschnittlich 11,3 Punkte bei 60 Prozent Trefferquote waren gute Argumente für eine erneute Verpflichtung. Der 26-Jährige fühlte sich zudem sichtlich wohl im Sixers-Lager. "Ich kann es kaum erwarten, eure Sieges-Trommeln wieder zu hören", war nach der Vertragsunterzeichnung seine erste Botschaft an die Fans.

Die kennen nun mit neun verpflichteten Akteuren drei Viertel des Sixers-Kaders für die Pro B. Wer die drei noch offenen Plätze bekommt, ist allerdings weiter offen. Sixers-Urgestein Daniel Montag und Center Peter Fehse haben noch keine endgültige Entscheidung über eine weiteres Engagement getroffen. "Doch ich glaube, hier steht bald fest, in welche Richtung es geht", sagt Maik Leuschner, der unterdessen Verhandlungen mit zwei weitern deutschen Spielern bestätigt. "Eine steht kurz vor dem Abschluss." Auch von diesen Verhandlungen dürfte es abhängen, ob die Sixers noch einmal die Fühler auf dem amerikanischen Markt ausstrecken. Erst einmal haben sie von dort ihren neuen Hoffnungsträger geholt.