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Basketball Basketball: BSW Sixers blicken ungewiss in Zukunft

Von philip thomisch 23.12.2012, 17:35

sandersdorf/MZ. - Manchmal geht es Schlag auf Schlag. Neben und auf dem Spielfeld traf es am Wochenende die Sixers. Am Samstagmittag trennte man sich dort von Cheftrainer Stephen Arigbabu (siehe Wortlaut rechts) und ging damit ohne etatmäßigen Pro B-Coach in das Spiel gegen den SC Rist Wedel. Marcus Brambora, Übungsleiter der zweiten Mannschaft, und Nachwuchstrainer Tino Stumpf übernahmen die Geschicke an der Seitenlinie. Und das in einem Spiel, welches kaum hätte schwerer sein können.

Trennung unter Schmerzen

Zuvor wurde die Trennung von Stephen Arigbabu in einem persönlichen Gespräch beschlossen. "Erst im Gespräch haben wir uns auf die getrennten Wege geeinigt. Natürlich ging es dabei um die sportliche Situation im Verein", schätzt Teammanager Maik Leuschner ein, der die Trennung vom befreundeten Kollegen bedauert, "für sowas gibt es nie einen günstigen Zeitpunkt." Ebenfalls zu einer ungünstigen Zeit kam somit der Tabellendritte am Samstagabend in die Ballsporthalle nach Sandersdorf. Mit Marcus Brambora und Tino Stumpf stelle das Management seiner Mannschaft ein Interimstrainerteam zur Verfügung. "Es gab keinen Headcoach", meinte der im Profibereich erfahrene Stumpf, "wir hatten die Rollen klar verteilt in ein offensives und defensives Augenmerk."

Vor den Augen der beiden Trainer starteten die Sixers nervös ins Spiel. Einfache Punkte blieben zumeist liegen, während Wedel eine überzeugende Trefferquote an den Tag legte. Zur Halbzeit lag man mit 29:46 zurück. Die Halle schien ratlos. "Wir haben den Jungs einfach gesagt: Jetzt gehen wir volles Risiko. Es ist egal, ob wir mit 30 oder zwei Punkten verlieren, denn nur der eigene Sieg zählt", erzählte Tino Stumpf von seinem Plan für den zweiten Spielabschnitt. Diesen eröffnete Jeremie Simmons schließlich mit einem erfolgreichen Dreipunktwurf. Was dann folgte, war unerwartet und zugleich eindrucksvoll: Die Sixers errichteten eine Mauer in der Defensive. Wedel kam zu nur einem Feldkorb im dritten Viertel; die restlichen Punkte kamen von der Freiwurflinie. Die Halle feuerte ihre Schützlinge in den weißen Trikots derart an, dass "der Gegner den Ball kaum passen konnte", meinte Flügelspieler Tom Lipke zur Verteidigung seiner Kollegen. "Da hat man gesehen, wozu dieses Team wirklich fähig ist", bemerkte auch Maik Leuschner von der Tribüne. Nach einem Korb von Frieder Diestelhorst holten die Basketballer aus Bitterfeld, Sandersdorf und Wolfen den Gegner sogar ein. Im offenen Schlagabtausch sah der mit Spannung verwöhnte Zuschauer dann aber, was der Tabellendritte den Sixers zur Zeit noch voraus hat: Selbstvertrauen, Cleverness und einen Hauch von Wurfglück. Als die Schlusssirene ertönte, blickten die 500 Zuschauer auf die Anzeigetafel, auf der ein knappes 76:82 gegen die Gastgeber leuchtete. Dennoch ließen die Spieler den Kopf nicht hängen. "Im neuen Jahr müssen wir einfach weiter trainieren und das über 40 Minuten zeigen, was Wedel heute in der zweiten Halbzeit so überrascht hat", gab sich Tom Lipke kämpferisch. Sein Trainer, Tino Stumpf, sah das ähnlich: "Diese Mannschaft hält alle Schlüssel selbst in der Hand, im kommenden Jahr zu gewinnen."

Wer wird der neue Trainer?

Wer dann allerdings das Zepter an der Seitenlinie in der Hand hält, ist noch unklar. Zwischen Weihnachten und Silvester wird Manager Maik Leuschner eine Lösung finden müssen. Gespräche mit dem gesamten Trainerteam, auch mit dem bisherigen Co-Trainer Nándor Kovács, sind geplant. "Auch ein neuer Trainer muss und wird die Möglichkeit haben, noch einmal etwas am Kader zu verändern", weiß Leuschner und hält sich mit Vorsätzen für das neue Jahr bedeckt. Der Grund dafür ist einfach. Er will noch in diesem Jahr für Klarheit sorgen: "Der neue Trainer wird noch 2012 feststehen", verspricht der Teammanager.