Kanuslalom Kanuslalom: Lennard auf Goldkurs
Günzburg/MZ. - Erfolgreichster Sportler war einmal mehr Lennard Tuchscherer. Der 13-jährige Sportschüler gewann zum wiederholten Mal in Folge den Titel des Deutschen Meisters im Einercanadier. Mit seinen Titelgewinnen ist er nach 2010 und 2011 der beste Sportler im Einercanadier seiner Altersklasse in Deutschland und schaffte in diesem Jahr den Hattrick. Eher skeptisch nahm Lennard im Finallauf nach der Ziellinie sein Boot aus dem Wasser. Mit zwei Berührungen schien sein Traum vom Sieg vorbei zu sein. Doch die Gratulanten standen bereits im Ziel, drückten und umarmten ihn. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich wieder gewinnen werde", freut sich Lennard Tuchscherer über seinen Erfolg. Trainingspartner Hannes Seumel, der ebenfalls in diesem Rennen startete, belegte im Finale den siebten Platz.
Die Günz, ein Nebenfluss der Donau, bot gute Wildwasserbedingungen für die Slalomkanuten. Lennard unterstrich von Beginn an seine Klasse. Er gewann am Samstag bei deutlich höherem Wasserstand zunächst die Läufe der Qualifikation und stand damit in den Halbfinalläufen des Sonntags. Als Sieger des Halbfinales zog er dann in die Finalrunde der besten zehn Kanuten ein. "Für die jungen Sportler ist es sehr schwierig, immer wieder gute Läufe zu erzielen und die nächste Runde zu erreichen. Lennard hat dies sehr souverän geschafft." sagte Landestrainer Enrico Neitz und beobachtete dann am Nachmittag gespannt die Finalläufe. Dass die Sportler sehr nervös waren, zeigten die vielen Torstabberührungen im Finale. Auch für Lennard standen am Ende vier Strafsekunden im Ergebnis. Doch dank seines schnellen Finalrennens holte er sich mit einem Vorsprung von drei Sekunden am Ende den Sieg und den Titel Deutscher Schülermeister 2012. Die vielen Zeitzer Fans, Trainer und Sportler rannten bei jedem Rennen der eigenen Sportler entlang der Wettkampfstrecke mit. Wieder und wieder sammelten sich die Zeitzer am Start. Die Eltern schrien, trillerten und ließen ihren Emotionen freien Lauf. So auch Kathi Tuchscherer, Mutti des Deutschen Meisters. "Ich dachte, mit der Berührung am Tor eins im Finale ist alles vorbei. Doch Lenni muss geflogen sein, so schnell wie er den Parcours absolvierte", freut sich die ehemalige Kanutin. Nach diesem Sieg ihres Sprösslings liefen ihr die Tränen übers Gesicht. Voller Stolz drückte sie ihren Sohn fest an sich. Bereits im Vorfeld gab es für die Teams der Zeitzer Kanuten Gold-, Silber- und Bronze. Die elfjährige Miriam Keilhaue aus Zeitz sorgte mit ihren Rennen für wahre Höchstspannung. Ihre Führung im ersten Lauf gab sie mit einer Kenterung und schwimmend im folgenden Rennen wieder auf. Im Finale zeigte sie Nervenstärke. Mit einem souveränen Rennen im Canadier paddelte sie auf den dritten Platz hinter Nele Bein aus Meißen und der Titelgewinnerin Zoe Jakob aus Schwerte. Den undankbaren aber guten vierten Platz belegte die Zeitzerin Anna Klaus.