Feier Feier : Bücher voller Zeitgeschichte

Naumburg/Leipzig - Ob Bundeskanzlerin oder der Maler Neo Rauch, ob Jubiläen oder hochkarätige Kulturveranstaltungen: Achim Ernst Brembach war immer vor Ort, wenn Besonderes passierte. Er scheute keine Entfernungen, ob international oder innerhalb Deutschlands. Wenn es notwendig wurde, war er auch zu Fuß unterwegs. Berühmt geworden ist Brembach allerdings als Achim von Almrich und damit als „Kerzenmann“, der sich oft ganz in Weiß kleidete.
Der Nachlass Achim Ernst Brembachs, der im vergangenen Jahr im Alter von 82 Jahren verstorben ist und der in der Saale-Unstrut-Region vielen Menschen bekannt war, ist nun beim Stiftertag feierlich an das Archiv der Universität Leipzig übergeben worden. Eine kleine Gruppe Naumburger sowie Tochter Heike Brembach waren Gäste dieser Veranstaltung. Achim Ernst Brembach, der im Naumburger Stadtteil Almrich geboren wurde und sich deshalb nach diesem benannte, verstand sich als Botschafter für Frieden und Verständigung. So war er bei zahlreichen Veranstaltungen, so in Leipzig in der Uni oder bei Konzerten im Gewandhaus, im weißen Anzug, mit Kerzen, Blumen und Gedenktafeln, die er bei sich hatte, dabei. Deshalb hatte Tochter Heike Brembach das weiße Sakko ihres Vaters mit zur Feierstunde gebracht. Sie erinnerte in einer emotionalen Rede an ihn. Die Begegnungen mit Menschen hätten Brembach sehr am Herzen gelegen, sagte sie. Jeden Cent habe er für Kerzen, Blumen und Briefmarken ausgegeben. In der DDR habe ihr Vater seine Fähigkeiten - unter anderem auf musischem Gebiet - nicht ausleben können.
Er hinterlässt dem Universitätsarchiv etwa 300 meist handgefertigte Bildtafeln und 250 Tagebücher mit Autographen oftmals bekannter Personen aus Gesellschaft und Politik, Kunst und Kultur, die als Zeitdokumente erforscht und archiviert werden. In den Tagebüchern finden sich auch viele Tageblatt/MZ-Artikel.
Persönliche Worte für den Stifter fand auch die Rektorin der Universität Leipzig, Beate Schücking. Sie habe den „Kerzenmann“ kennengelernt, kurz nachdem sie nach Leipzig gekommen war und ihn bei zahlreichen Veranstaltungen getroffen. „Seine Botschaft war auf Frieden und Verständigung gerichtet. Er hat sie nicht verbal, sondern nur durch seine Person vermittelt“, sagte sie. Kerzen zu verschenken, sei Brembach „ein großes inneres Bedürfnis“ gewesen. „Nicht jeder Mensch hinterlässt eine solche Spur, und das auf so unaufdringliche Weise“, so die Rektorin.
Der Direktor des Universitätsarchivs, Jens Blecher, nannte Brembach ein Leipziger Original, einen Zahlenspezialisten und einen kreativen Chronisten, dessen „besonderer Schatz“ im Universitätsarchiv in guten Händen sei. Den Kustos der Universität, Rudolf Hiller von Gaertringen, verband mit Brembach nach eigenem Bekunden „ein Draht, der jenseits des Verbalem“ lag. Er habe ihn oft getroffen und gesprochen. Brembach sei ein Mensch gewesen, der ihn persönlich berührt habe.