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  7. Enduro-Fahrerin Maria Franke: Enduro-Fahrerin Maria Franke aus Zeitz stürzt WM-Titelverteidigerin vom Thron

Enduro-Fahrerin Maria Franke Enduro-Fahrerin Maria Franke aus Zeitz stürzt WM-Titelverteidigerin vom Thron

Von Matthias Voss 24.10.2017, 10:40
Maria Franke mit ihrer Enduro-Maschine, mit der sie am Wochenende in Zschopau Weltmeisterin wurde.
Maria Franke mit ihrer Enduro-Maschine, mit der sie am Wochenende in Zschopau Weltmeisterin wurde. Archiv/Holger John

Zeitz - Auch einen Tag nach ihrem Triumph kann Maria Franke ihr Glück kaum fassen. „Es fühlt sich sehr schön an, aber so richtig habe ich es noch nicht realisiert“, sagt die 25-Jährige. Am Sonntag wurde die Zeitzerin im sächsischen Zschopau Enduro-Weltmeisterin. Und das war nicht unbedingt zu erwarten.

Maria Franke aus Zeitz holt WM-Titel: Haushohe Favoritin war jemand anders

Denn die haushohe Favoritin war auch vor dem dritten und entscheidenden Rennwochenende im Erzgebirge die im Gesamtklassement vor ihr liegende Spanierin Laia Sanz. Die ist als Werksfahrerin ein Motorradprofi und war in den vergangenen fünf Jahren die Beste der Welt.

Dazu hat sie 13 Weltmeistertitel in der Geschicklichkeitsdisziplin Trial und fährt seit sieben Jahren die Dakar Rallye, die sie dreimal in der Frauenwertung gewinnen konnte. Doch im letzten Rennen hatte die Spanierin ein großes Missgeschick, musste vor der letzten Prüfung wegen eines technischen Defekts aufgeben.

Maria Franke holt WM-Titel: Auch ohne die Panne wäre das Finale eng geworden, ist sich die Zeitzerin sicher

„Das war natürlich mein Glück und so konnte ich in Ruhe das Rennen zu Ende fahren und den Titel holen. Aber es wäre auch ohne den Schaden knapp geworden“, ist sich Maria Franke sicher, dass das absolute Finale eine hauchdünne Entscheidung geworden wäre.

Die Vorgaben für die Zeitzerin waren klar. Sie musste nach den beiden Rennwochenenden in Ungarn und Spanien beide Durchgänge bei ihrem Heimatauftritt in Zschopau gewinnen, um sich noch vor Sanz zu setzen. Am Sonnabend gelang ihr das mit gerade einmal 17 Hundertstelsekunden.

Am Sonntag lag Franke ebenfalls vorn, als der Spanierin das Missgeschick widerfuhr. „Natürlich war ich da erstmal ein wenig erleichtert, als sie zur Prüfung nicht erschien. Aber schöner wäre es natürlich, wenn die WM in einem Zweikampf entschieden worden wäre“, so Franke, die allein aufgrund ihrer Leistung den Gesamtsieg für verdient hält.

Maria Franke aus Zeitz holt WM-Titel - hat aber keine Hoffnung, Profi-Fahrerin zu werden

Wie auch immer - am Abend konnte Maria Franke mit ihrem Team Sturm KTM aus Zschopau vor heimischer Kulisse feiern, genoss die Siegerehrung zu später Stunde und hat sich für diese Woche komplett freigenommen. „Keine Ahnung, was passiert, wenn ich nach Zeitz zurückkomme. Ich lasse mich mal überraschen.“ Zumindest von ihrer Seite aus ist keine Weltmeister-Party geplant.

Viel ändern wird sich für Maria Franke durch den Weltmeistertitel nicht. Sie wird weiter Enduro fahren und ihren Job bei der Telekom in Leipzig behalten. Darauf zu hoffen, dass sie, ähnlich wie Laia Sanz, eine Profi-Fahrerin wird, braucht sie nicht. „Ich denke, dass KTM keine zweite Werksfahrerin braucht und auch mein Team jetzt nicht mit mehr Geld unterstützen wird“, denkt Franke. Gern würde sie im kommenden Jahr ihren Titel verteidigen. Doch das steht in den Sternen. „Es könnte sein, dass es im nächsten Jahr keine Weltmeisterschaft bei den Frauen geben wird.

Offenbar gibt es Probleme mit dem Veranstalter, aber da ist noch nichts Genaues bekannt“, hofft die 25-Jährige auf eine positive Entscheidung. Darauf habe sie keinen Einfluss, auch nicht als aktuelle Weltmeisterin.

Was sie aber 2018 fahren wird, wenn es keine WM mehr geben sollte, weiß sie auch nicht. Es würde noch eine Europameisterschaft geben, „aber die ist nicht so attraktiv, das würde ich nicht machen wollen“, so Franke, die auf keinen Fall zurück in den Motocross gehen will. Dafür hatte sie vor sieben Jahren mit dem Bruch des dritten Rückenwirbels nach einem Trainingssturz einfach bereits zu nahe vor dem Rollstuhl gestanden. (mz)