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Brockenbahn Brockenbahn: Erinnerung an Unfall im Harz

13.09.2009, 18:05

WERNIGERODE/MZ/CIS. - 31 Insassen wurden teilweise schwer verletzt. Unfallsursache war menschliches Versagen. Der Zugführer der talwärts fahrenden Bahn hatte einen vorgeschrieben Halt übersehen.

Das Unglück ereignete sich in einer unübersichtlichen Kurve zwischen den Haltepunkten Drei Annen Hohne und Steinerne Renne. In den zehn Waggons der beiden Züge saßen mehr als 300 Fahrgäste. Bei der Kollision entgleisten beide Loks, mehrere Waggons wurden ineinander geschoben oder stellten sich quer. Einer der Verletzten war zwischen Trümmern eingeklemmt und konnte erst nach drei Stunden befreit werden. Bei den Rettungsarbeiten waren 50 Feuerwehrmänner, vier Notärzte und 20 Rettungssanitäter im Einsatz.

Eineinhalb Jahre nach dem Unfall wurden ein Lok- und ein Zugführer zu Bewährungsstrafen von sechs beziehungsweise zehn Monaten verurteilt. Das Amtsgericht Wernigerode warf ihnen damals fahrlässige gefährliche Körperverletzung und einen fahrlässigen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr vor. Der Lokführer räumte in der Verhandlung seinen Fehler ein. Der Zugführer hatte erklärt, er sei beim Durchfahren des vorgeschriebenen Haltepunktes von betrunkenen Fahrgästen abgelenkt gewesen.

Neun Jahre nach dem Zugunfall sprach das Oberlandesgericht in Naumburg einem der Schwerverletzten Schmerzensgeld in Höhe von 51 000 Euro zu. Dem Mann war der Unterschenkel amputiert worden. Die HSB hatte zunächst kein Geld an das Opfer bezahlen wollen und ihm dann später 25 000 Euro angeboten.