Brandenburg Brandenburg: Lachs und Forelle kehren zurück
POTSDAM/DPA. - Die beiden Edelfischarten werden nach mehr als 100 Jahren wieder in Brandenburg heimisch. Lachse und Forellen gibt es wieder in der Stepenitz (Prignitz), was ein Erfolg ist, wie Steffen Zahn vom Institut für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrow sagt. "Auf die Aussetzung junger Fische kann noch nicht ganz verzichtet werden", sagt Zahn.
Nach der Wende 1989 wurde die Qualität der Flussgewässer durch den Niedergang der Industriestandorte auch im Osten wieder besser. Deshalb konnte an einem Vorhaben für die Fischansiedlung gearbeitet werden. Grundlage war das Programm "Elblachs 2000" der Anliegerländer. Dabei stellte sich die Stepenitz in der Prignitz als ein geeigneter Wasserlauf heraus, wie Zahn erläutert. Dort gab es die besten Voraussetzungen zur Entwicklung von Brut und jungen Fischen. "Nachdem wir nachweisen konnten, dass auch schon früher Lachs und Meerforelle dort heimisch waren, konnte mit der Wiederansiedlung begonnen werden."
Über die Entwicklung des Projekts hat sich jetzt auch Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) einen Eindruck verschafft. In der Prignitz habe er sich den lebenden Beweis für die Rückkehr der beiden Fischarten präsentieren lassen, hieß es. Von dem Projekt profitierten auch Wanderfische, der Zustand der Gewässer insgesamt habe sich verbessert. Neben der Stepenitz seien auch zahlreiche weitere kleine Flüsse jetzt wichtige Besatzgewässer.
"Seit dem Erstbesatz 1999 wurden im Stepenitz-Gebiet insgesamt 490 000 Lachsbabys, 690 000 Meerforellen (Brütlinge) sowie 265 000 halb- beziehungsweise einjährige Junglachse ausgesetzt", hieß es vom Potsdamer Ministerium. Erste Rückkehrer seien im Jahr 2002 gesichtet worden. "Seitdem registrierten die Wissenschaftler und Angler in der Stepenitz bereits 147 Lachse und 234 Meerforellen." Und woran erkennt man märkische Fische? Der ganz junge Nachwuchs werde vom Lieferanten aus Dänemark an der Flosse gekennzeichnet, erläuterte Zahn. Er verwies darauf, dass Wissenschaftler auch schon einen stattlichen Brandenburger Lachs erwischt hätten - 102 Zentimeter mit 8,6 Kilogramm. Die größte Meerforelle habe es auf 81 Zentimeter und 5,6 Kilogramm gebracht. Die Jungfische blieben ein bis zwei Jahre in den Besatzgewässern und machten sich mit einer Größe von zwölf 17 Zentimetern im April und Mai auf den Weg. In ein bis drei Jahren wachsen sie nach Angaben des Ministeriums auf 70 bis 100 Zentimeter. Für Angler sind Lachse weiterhin tabu. Der Landesanglerverband habe für Meerforellen jedoch wegen der positiven Bestandsentwicklung das selbst auferlegte Fangverbot für 2010 aufgehoben. Der Lachsbestand sei im Moment noch zu gering, meint Zahn. Erst wenn es 150 Laichpaare über einen längeren Zeitraum gebe, könne von einem sicheren Bestand ohne Inzucht ausgegangen werden. Die Lachse würden sich weit hinaus in den Nordatlantik begeben und zum Laichen in die Stepenitz zurückkehren. Meerforellen hielten sich vor einer Rückkehr im Küstenbereich auf. Die jährlichen Kosten für das Aussetzen junger Fische bezifferte Zahn auf 25 000 bis 30 000 Euro.