Todesfall im Knast Ehefrau besucht Häftling im Gefängnis Burg - und stirbt dort: Drogentod nicht ausgeschlossen
Im Gefängnis in Burg soll ein Häftling seine Ehefrau umgebracht haben. Es besteht der Verdacht des Totschlags. Aber auch andere Todesursachen können nach Bekanntwerden neuer Details nicht ausgeschlossen werden.

Burg. - Ein 37 Jahre alter Häftling soll am Donnerstag im Gefängnis Burg bei Magdeburg seine Ehefrau getötet haben, teilt die Staatsanwaltschaft Stendal mit.
JVA Burg: Ehefrau besucht Häftling und wird tot aufgefunden
Nachdem ein Justizwachtmeister am Donnerstag gegen 14 Uhr die Tür einem sogenannten Langzeit-Besuchsraum in der Justizvollzugsanstalt Burg (Jerichower Land) aufgeschlossen hatte, fand er eine 35-Jährige in lebensbedrohlichem Zustand vor. Sie hatte zwei Stunden zuvor ihren Mann besucht. Versuche, die Frau wiederzubeleben, schlugen fehl.
„Es gibt den Anfangsverdacht für Totschlag“, teilte der Stendaler Staatsanwalt Thomas Kramer mit. Auf die näheren Umstände wollte er nicht eingehen. Nur so viel: „In solcherart Zellen gibt es keine Kameraüberwachung, sodass wir nicht genau nachvollziehen können, wie die Frau ums Leben kam.“
Keine Überwachung bei Langzeitbesuchen: Hat Häftling seine Ehefrau getötet?
Eine Obduktion sei angeordnet worden. Zu der Untersuchung der sterblichen Überreste der Frau komme es im Laufe des Freitags. Ein erstes schriftliches Ergebnis der Leichenschau werde bereits am Montag erwartet, so der zuständige Staatsanwalt auf Nachfrage.
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Laut unseren Informationen seien bei der ersten Leichenschau zwar leichte Würgemale am Hals der Frau festgestellt worden, aber nach Ansicht von Rechtsmedizinern keine mit tödlichen Folgen – eher im Zusammenhang mit vollzogenem Sex in der Spezialzelle.
Zwar werde nach wie vor ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen, es gebe jedoch auch die These, dass beim Sex „etwas aus dem Ruder gelaufen ist“.
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Charakteristische Merkmale für eine Tötung, zum Beispiel durch Stich oder Schlag, seien vorerst nicht festgestellt worden. Untersucht werde auch, ob die Besucherin möglicherweise Drogen im Körperinneren in die Haftanstalt eingeschmuggelt hat, was zwar selten sei, aber vorkomme. Platze ein „Transportbehälter“ – zum Beispiel ein Kondom – könne es zu einer Vergiftung kommen.
Todesursache von Frau in JVA Burg noch unklar
Auch dass sich die Frau vor ihrem Besuch selbst unter Drogen oder Medikamente setzte, sei nicht auszuschließen. Der Grund könne gewesen sein, dass sie dafür gewappnet sein wollte, dass es bei zwei Stunden Besuch alle halbe Jahre auf der Couch der Spezialzelle nicht bei einmaligem Geschlechtsverkehr bleibt, sondern mehrfach zum Sexualkontakt kommt, heißt es aus Justizkreisen.
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Ende Februar 2025 befanden sich 584 Gefangene in der JVA Burg. Davon waren 11 Gefangene im offenen Vollzug und 17 Gefangene in Sicherungsverwahrung. Sie verfügt über 687 Haftplätze und ist zuständig für den Vollzug von Freiheitsstrafen ab einer Dauer von zwei Jahren und sechs Monaten und lebenslanger Freiheitsstrafen. Zudem für die Sicherungsverwahrung männlicher Verurteilter aus Sachsen-Anhalt.