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Zeitz Zeitz: Mühlen setzen Schüler in Bewegung

Von ANGELIKA ANDRÄS 08.06.2011, 18:38

ZEITZ/MZ. - So viele Mühlen gab es in und um Zeitz. Dieser Satz dürfte in den nächsten Wochen im Brückenhaus des Schlossparks Moritzburg oft zu hören sein: Eine Karte zeigt die historisch verbürgten Standorte. Einige Prachtstücke sind als Modell zu bewundern. Detailgetreu nachgebaut und in frischen Farben sind fünf Mühlen zu betrachten, die Ölmühle Rasberg zum Beispiel oder die Lothsmühle, die Kuhndorfmühle. "Wir haben gesägt und gemalt", erzählt Sindy Vincenz, "es hat Spaß gemacht, vor allem zu malen." Für sie, aber auch für Maria Seise oder Jasmin Resch war es die Beschäftigung mit einer neuen Materie. Nicht, dass Mühlen sie vorher irgendwie besonders interessiert hätten. Aber nachdem sie sie selbst gebaut haben, ist das ein anderes Gefühl. Und zugleich eines, das sie teilen. "Wir haben alles gemeinsam gemacht, haben alle zusammen gebastelt und gesägt", bringt es Maria Seise auf den Punkt.

Die Modelle, aber auch die beiden Tafeln, die zur Ausstellung gehören, entstanden im Rahmen des Projektes "Denkmal aktiv - Kulturerbe macht Schule", gefördert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. 2002 wurde das Projekt ins Leben gerufen, seitdem wurden 44 Schulen in Sachsen-Anhalt gefördert. "Die Jugendlichen sollen sich mit Denkmalschutz befassen, die Geschichte ihrer Region erfahren", sagte Oberbürgermeister Volkmar Kunze (FDP), der zur Eröffnung der Ausstellung am Mittwochvormittag gekommen war. Berufsschullehrer Detlef Bürger hat sicher wieder alles dafür getan, dass das funktioniert: Praktisch mit den Jugendlichen gearbeitet, die historischen Standorte ergründet, Informationen zur Mühlentechnik zusammengetragen und auf einer weiteren Schautafel zusammengestellt. "Wir haben im Vorfeld eine Exkursion ins Wasserkraftwerk nach Ziegenrück gemacht", erzählte er, "zum Abschluss wollen wir auch noch eine machen, das entscheiden wir, wenn wir Kassensturz gemacht haben." Mit 1 200 Euro wurde das Projekt gefördert.

Nils Maliske, Sven Laskowski und Anton Bär kommen zur Eröffnung zu spät und genießen diesen verspäteten Auftritt im Badehaus. Aber gerade die drei haben kräftig zugepackt. Und Nils Maliske kommt fast ins Schwärmen, als er erzählt, was sie alles gemacht haben, was zu tun war. "Es hat Spaß gemacht", bekräftigt er, "es war etwas ganz anderes, womit wir sonst nichts zu tun haben. Und wir mussten es ganz praktisch machen, mit Werkzeug und so." Hermann Heiner, Kustos des Kaynaer Museumsdorfes, ist natürlich auch gekommen. Er konnte schon etliche Tipps geben. Schließlich kennt er sich ja mit der Materie aus. Er hat auch gleich noch einen Hinweis. Das ist übrigens erwünscht. Schließlich kann das Projekt so ja sogar noch wachsen.