Zeitreise durch 60 Jahre Geschichte von Chemie Zeitz
ALTTRÖGLITZ/MZ. - Im Vorfeld waren bereits Kinderfest und Sportlerball vom Verein veranstaltet worden. Der 2. Vorsitzende der SG Chemie Zeitz, Wolfgang Ehrlich, begrüßte die geladenen Mitglieder, Ehrengäste, Sponsoren und Vertreter der Stadt Zeitz. Hans Germer, vor 60 Jahren Gründungsmitglied der BSG Chemie, gehörte zu den Anwesenden wie Ehrenmitglied Günter Twardogorski. Das "Theater 304" sorgte für die kulturelle Umrahmung des Programms.
Der 1. Vorsitzende der SG Chemie Zeitz, Frieder Lehmann, versetzte die Sportler in eine Zeitreise durch 60 Jahre erfolgreichen Sport, der am 20. Dezember 1949 mit der Gründung des Vereins begann. Damals und heute bestimmten Sportler und viele Trainer, Betreuer und Helfer das Geschehen im Verein. Lehmann umriss die großen Erfolge in den Abteilungen. Die drei Europapokalsiege im Faustball 1966, 1967 und 1969, die Oberliga-Zeit der Fußballer 1958 / 60, der DDR-Meistertitel der Handballerinnen 1959 / 60 gehörten zu den Höhepunkten. Die Radballer feierten zu DDR-Zeiten viele nationale Meistertitel, kamen gut über die Wendezeit und erzielten durch Verdienste des Gründers der Abteilung, Kurt Seidelt, internationale Spitzenergebnisse. Robert Seidelt / Axel Müller wurden 1996 Junioren-Europameister und vier Jahre später U 23-Europapokalgewinner. Nicht zu vergessen die Spitzenergebnisse der Abteilungen, wie zum Beispiel Schwimmen, Leichtathletik, Kegeln, Bogenschießen und Kanuslalom. Sportlerinnen und Sportler, die zu Leistungszentren delegiert wurden, konnten nationale und internationale Titel erringen.
Tischtennis (1984) und Volleyball (1981) kamen als Sektionen dazu. Lehmann betonte: "In der DDR-Zeit wurde die BSG Chemie durch das damalige Hydrierwerk Zeitz als Trägerbetrieb unterstützt. Damals gab es mit Entstehung der Trainingszentren sieben hauptamtliche Trainer, die mit vielen Honorar-Übungsleitern zum Aufschwung in den geförderten Sportarten beitrugen." Das Sporttreiben wurde nach der Wende schwieriger, die Abteilungen waren auf sich allein gestellt, Sponsorenunterstützung war gefragt.
Durch viele ehrenamtliche Helfer des Sports wurde unter großen Anstrengungen die schwierige Zeit Anfang der 90er Jahre gemeistert. Einige Abteilungen gingen dann ihre eigenen Wege. Chemie und Motor schlossen sich 1990 zum Kanuverein zusammen. 1991 wurde die Abteilung Tröglitz zum TSV. Die Abteilung Tennis gründete den Zeitzer Tennisclub. Die Fußballer wurden 1. FC Zeitz.
Die SG Chemie besitzt derzeit elf Abteilungen und ist mit gegenwärtig 600 Mitgliedern der größte Sportverein im Burgenlandkreis. Lehmann sagte: "Viele Trainer und Aktive haben Sportgeschichte für Chemie geschrieben, das soll und wird weiter so sein." Die Chemiker möchten in Zukunft noch mehr Kinder und Jugendliche in den Verein holen, den Seniorensport ausbauen. In der Festschrift, die es für drei Euro bei der SG Chemie zu kaufen gibt, kann man sich ausführlich über die einzelnen Abteilungen informieren.
Die Festschrift "60 Jahre Chemie" ist in der Zeitzer Touristinformation, in der Geschäftsstelle der Sportgemeinschaft in der Vater-Jahn-Turnhalle und in der Buchhandlung "Thalia" erhältlich.