1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Zeitz
  6. >
  7. Weißenfelser Schloss: Weißenfelser Schloss: Käfer knabbern an der Balkendecke

Weißenfelser Schloss Weißenfelser Schloss: Käfer knabbern an der Balkendecke

Von Bärbel Schmuck 03.04.2003, 18:11

Weißenfels/MZ. - Schloss Neu-Augustusburg in Weißenfels ist momentan eine riesengroße Baustelle. Nicht nur im Turmbereich stehen Gerüste, geben sich Handwerker die Klinke in die Hand. Auch die Fassade des Nordostgiebels des Barockbaus ist eingerüstet. "Die Fassade muss noch warten, weil dafür das Geld fehlt", erklärt Wolfgang Wloch vom städtischen Hochbauamt. Dafür sei sie samt den Fenstergewänden stabilisiert worden. Außerdem haben Bauexperten Risse behandelt. In diesen Tagen bauen Männer der Firma Papon aus Halle rund 40 neue Fenster ein. 250 000 Euro sind für die seit September 2002 laufende gesamte Maßnahme im Rahmen der Landesinitiative Urban 21 eingestellt worden, davon Eigenmittel der Stadt und der Kirchengemeinde.

Zum Jahresende will Pfarrer Thomas Junker hier mit seiner Familie einziehen. Damit wäre er nach vielen Jahrzehnten der erste Pastor, der im Schloss wohnt, meint Wolfgang Wloch. Doch nicht nur die Pfarrwohnung wird sich künftig im Nordostbereich des Wahrzeichens der Saalestadt befinden. Im Erdgeschoss sollen Räume für die Begegnungsstätte der evangelisch-lutherischen Schlosskirchengemeinde St. Trinitatis eingerichtet werden. "Dafür geben wir unseren gegenüber liegenden großen Gemeindesaal auf", sagt Thomas Junker. Der Geistliche erinnert daran, dass diese Räumlichkeiten laut Nutzungskonzept der Kreisstadt für andere Zwecke benötigt werden würden. Bevor es mit dem Umzug soweit ist, müsse der Innenbereich komplett saniert werden. Aber zuvor gelte es die durch Käferfraß arg gebeutelte Balkendecke zwischen dem ersten und zweiten Obergeschoss zu restaurieren, macht Junker auf einen maroden Zustand aufmerksam. Der Pfarrer verweist auf einen wichtigen Termin, den Denkmalschützer und Vertreter des Brandschutzes hatten, um eine Entscheidung zu fällen. Pfarrer Junker hofft auf ein schnelles Handeln, "damit uns nicht noch mehr Zeit verloren geht."

Die 200-köpfige Kirchengemeinde freut sich auf ihr zukünftiges Domizil in unmittelbarer Nachbarschaft der Schlosskirche. So betont der Theologe und verweist auf den Nutzungsvertrag, den die Kreisstadt als Eigentümerin des Schlosses und die Kirchengemeinde abgeschlossen haben. "Urban heißt Leben - und das soll hier einziehen", versichert der Pfarrer. Er denkt an Treffen der Kinder und Senioren im Rahmen der Gemeindearbeit. Auch der Posaunenchor soll hier proben können. Doch ebenso würden die Räume im Erdgeschoss offen stehen für Bürger der Stadt und nicht zuletzt für Musiker, die in der benachbarten Kirche Konzerte geben wollen.