Triosonate versetzt Zuhörer in träumerische Stimmung
Teuchern/MZ. - So begann das eineinhalbstündige Konzert vor leider nur 30 Zuhörern mit dem Komponisten Schieferdecker, der ebenfalls wie Keiser in Teuchern geboren wurde und dessen Vater auch einer der musikalischen Lehrer von Keiser war. Wie vielseitig Schieferdecker in seinem musikalischen Wirken war, brachte Olaf Tetampel (Bass) sehr gekonnt in den unterschiedlichsten Kantaten dem Publikum nahe. Eine Besonderheit Schieferdeckers war, dass er die verschiedensten Choralvariationen miteinander mixte. Alle vier Gesangsstücke beinhalteten kirchliche Themen. So sang Olaf Tetampel voller Schwung über das Erntedankfest, "Auf, auf, mein Herz", dann lies er in der Osterkantate "Weicht ihr schwarzen Trauerwolken", die dunklen Wolken der Karzeit der Ostersonne weichen und im "Auferstehungschoral" den Triumph des Guten über das Böse erschallen. Später folgten Psalmenkompositionen "In te Domino speravi", die eine andere Schaffensperiode von Schieferdecker darstellten und vom leisen Flehen bis hin zum schallenden Gloria reichten.
Von Heinichen, der in Krössuln geboren wurde, und Fasch, der eine Zeit in der Obhut seines Onkels (Kaplan in Teuchern) lebte, wurden von Sabine Kuhlmann (Barockvioline), Paul Bialek (Barockvioline), Silke Strauff (Viola da gamba) und Martina Fiedler (Cembalo) Instrumentalstücke dargeboten, die ebenfalls die Vielfalt der Komponisten widerspiegelten. Die Triosonate von Fasch versetzte die Zuhörer durch ihre gefühlvolle Melodie und zarte Töne der Geigen in eine träumerische Stimmung. Die Sonate XX von Heinichen begann sehr schwungvoll und tänzerisch, ging ins Getragene, Wehmütige über, um dann wieder zum schwungvollen zurückzukehren.
Den Abschluss bildete ein Chorwerk von Reinhard Keiser. Die 20 Minuten dauernde Kantate "Laudate Pueri", die ebenfalls von Olaf Tetampel dargeboten wurde, war an Vielfältigkeit nicht zu übertreffen. Sie war geprägt von sehr vielen Koloraturen, schwungvollen sowie getragenen Tönen, dann folgte Sprechgesang, der nur spärlich von Viola da gamba und Cembalo begleitet wurde, abgelöst von wiederum jubelndem Gesang mit voller Begleitung bis hin zum Amen, das mit einer Koloratur den Abschluss nicht nur der Kantate, sondern auch des Konzertes bildete.