Nach der Flut Nach der Flut: Ministerpräsident Haseloff besucht Wetterzeube

Wetterzeube/MZ - Dramatische Stunden erlebte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) vor einem Jahr in Wetterzeube. Hier trat im Juni die Weiße Elster über das Flussbett und überflutete die Region. Das Jahrhunderthochwasser ist vorbei.
Doch bis heute ist das Wehr beschädigt, schützende Mauern sind einsturzgefährdet, Ufer nicht beräumt. „Ich werde mich für eine komplexe Lösung einsetzen, die Belange des Hochwasserschutzes mit Umwelt- und Denkmalschutz effizient verbindet“, verspricht Haseloff gestern bei seinem erneuten Besuch in Wetterzeube.
Lage ist vielschichtig
Die Lage ist vielschichtig. Es gibt private und kommunale Eigentümer, da sind zum Beispiel das Flächendenkmal Mühle und die privaten Anlagen zur Stromgewinnung, andererseits die Zuständigkeit des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) Sachsen-Anhalt. Doch gehandelt werden muss, darin waren sich alle Anwesenden einig, darunter Landtagsabgeordneter Rüdiger Erben (SPD) und der Zeitzer Oberbürgermeister Volkmar Kunze (FDP).
„Ein neues Hochwasser wird die marode Anlage nicht überstehen, dann werden Wetterzeube und weitere Dörfer noch dramatischer überflutet“, mahnt Wehrleiter Uwe Klawonn. Mühlenbesitzer Gottfried Fiedler hatte sich Hilfe suchend an den Ministerpräsidenten gewandt (die MZ berichtete) und dieser versprach, sich direkt mit dem Chef des LHW in Verbindung zu setzen und ein gemeinsames Vorgehen abzusprechen.
Zuvor war Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bereits zu Gast im Gemeindezentrum Wetterzeube. In kleiner Runde traf er sich mit Bürgermeister Frank Jacob (parteilos) und Verbandsgemeindebürgermeisterin Manuela Hartung (SPD), um zu erfahren, wie weit der Wiederaufbau vorangeschritten ist.
Zahlreiche Projekte abgeschlossen
„Das Hochwasser war vor einem Jahr, doch bis heute ist in unserer Verbandsgemeinde noch kein Geld aus der Fluthilfe angekommen“, kritisiert Manuela Hartung. Die drei Mitgliedsgemeinden Wetterzeube, Kretzschau und Gutenborn waren von der Flut betroffen, zwei Brücken, Straßen, Radwege in Mitleidenschaft gezogen. Haseloff schüttelte ungläubig den Kopf: „Zahlreiche Projekte sind schon abgeschlossen, andere befinden sich in der Schlussphase. Ich weiß nicht, woran es hier liegt.“
Auf Seite zwei lesen Sie, wie viele Anträge die Gemeinde Wetterzeube im Rahmen der Fluthilfe stellte.
Die VG-Bürgermeisterin kritisierte, dass teilweise konkrete Ausführungsplanungen verlangt werden, andererseits aber kein Geld für Architekten zur Verfügung stehe. Haseloff wollte das Problem direkt in Wetterzeube klären und rief im Landesverwaltungsamt an.
Referatsleiterin Gabriele Neugebauer gab folgende Auskunft: „Die Gemeinde Wetterzeube stellte insgesamt 16 Anträge im Rahmen der Fluthilfe. Daraufhin gab es mehrere Rücksprachen mit dem Bauamt der Verbandsgemeinde. Demnach fehlten verschiedene Kostennachweise, Schadensberechnungen und teilweise Fotos. Werden diese nachgereicht und geprüft, so steht einer Bewilligung des Geldes nichts im Wege.“ Die MZ fragte bei der VG-Bürgermeisterin nach. „Der zuständige Sachbearbeiter ist im Urlaub“, antwortete Manuela Hartung.