Letzter Rettungsanker für acht junge Leute
Teuchern/MZ. - "Ich bin seit sechs Jahren zu Hause und froh, endlich einer geregelten Arbeit nachzugehen", erzählt Christian Friebe. Dass es nur der befristete Ein-Euro-Job ist, macht ihn - wie die meisten der Truppe - nicht gerade glücklich. Doch es sei besser als nichts. Nach der Schule hatte es der junge Mann aus Teuchern mit einer überbetrieblichen Lehre als Verkäufer an den Berufsbildenden Schulen in Weißenfels probiert, wechselte dann zu einer betrieblichen Ausbildung in eine Fleischerei nach Wethau. Diese war nach nur einem Monat pleite und Friebe stand auf der Straße. Irgendwann war er zehn Monate bei der Bundeswehr, ansonsten die meiste Zeit zu Hause. "Ich bin froh, dass ich mal aus meinem Alltag heraus komme. Da ist der Ein-Euro-Job besser als zu Hause zu sitzen", sagt er 24-Jährige.
Michael Reinhardt hat eine schulische Ausbildung zum Umweltassistenten abgeschlossen. "Doch schon in der Berufsschule Weißenfels haben sie mir gesagt, dass der Beruf keine Zukunft hat. Der Abschluss ist nur eine Art Berufsvorbereitung wie etwa das BVJ", fährt er fort. Zwei Jahre ist der 20-Jährige zu Hause, hat gut und gerne 50 Bewerbungen geschrieben, wollte eine Lehrstelle von der Gastronomie bis zum Ingenieurwesen. Nichts klappte. "Nach Bayern kann ich nicht gehen, weil ich keine Fahrerlaubnis und kein Auto habe. Und der Ein-Euro-Job hilft mir in diesem Punkt nicht weiter. Für das wenige Geld bekomme ich kein Auto", sagt er traurig.
Silvana Hopfe ist das einzige Mädchen in der Runde, doch ihre beruflichen Chancen sind gleich Null. "Silvana war mit mir in der Pestalozzi-Schule Hohenmölsen. Sie ging aus der achten Klasse ohne Abschluss. Ich habe den Abschluss der neunten Klasse. Trotzdem nimmt mich niemand", berichtet Nico Varnhold. Der 19-Jährige träumt vom Beruf Kfz-Schlosser. "Ich habe schon Mopeds, Mofa und Motorräder repariert", sagt er stolz. Außerdem absolvierte er Praktikas in zwei verschiedenen Betrieben.