1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Zeitz
  6. >
  7. Kein Ende in Sicht

Kein Ende in Sicht

Von Angelika Andräs 25.06.2013, 16:12
Jürgen Schwier machen eher die gesperrten Straßen zu schaffen.
Jürgen Schwier machen eher die gesperrten Straßen zu schaffen. Wujtschik Lizenz

Zeitz/MZ - Der Umbau des Zeitzer Altmarktes wird deutlich länger dauern als geplant. Sollte im Herbst dieses Jahres alles vergessen sein - bis auf Maßnahmen im Grünbereich, die im kommenden Frühjahr geplant waren - so steht jetzt als voraussichtlicher Termin der Übergabe Ende Mai 2014. „Ich habe befürchtet, dass es länger dauert“, sagte Klaus Seifer, der mit seinen Gästen die Baustelle umrundete, „aber gleich so viel?“

Es handelt sich um ein gutes halbes Jahr mehr Bauzeit. „Die Umgestaltung des Altmarktes sollte laut Bauvertrag Mitte November 2013 abgeschlossen sein“, sagt Thomas Sagefka, Pressesprecher der Stadt Zeitz, „aufgrund des langen Winters, der anstehenden kompletten Flächenarchäologie, des geänderten Aufbaues, der Änderungen im bautechnologischen Ablauf und der zeitgleich laufenden Baumaßnahmen im unmittelbaren Umfeld des Altmarktes, verschiebt sich der Bauendtermin nach jetzigem Stand auf Ende Mai 2014.“

Die Zeitzer, die die MZ am Wochenende rund um den Marktplatz traf, wunderten sich nicht allzu sehr. Den langen Winter sehen sie dabei durchaus als Grund. „Die Archäologie muss man aber nicht immer vorschieben“, sagte Monika Heinze, „schließlich war klar, dass die an so einem Platz sein muss.“ Bisher habe sie es allerdings immer so verstanden, dass Kalkstraße und Fischstraße gerade jetzt saniert und mit neuen Leitungen versehen werden, weil wegen des Altmarktes ohnehin gesperrt sei. „Jetzt habe ich gelesen, dass die Verzögerung am Altmarkt auch wegen der Baumaßnahmen im Umfeld zustande kommt, das verwirrt mich schon“, meinte sie. Die MZ gab auch eine andere Frage weiter, die immer wieder gestellt wurde: Findet das Zeitzer Zuckerfest wie geplant auf dem Altmarkt statt? „Nach jetzigem Stand findet das Zuckerfest in diesem Jahr nicht auf dem Altmarkt statt“, antwortet Thomas Sagefka.

Für manchen Anlieger in der Innenstadt und ihre Kunden ist das aber die geringste Sorge. „Wie lange soll denn ein Eiscafé wie das von Härleins unter diesen Umständen existieren, ohne Schaden zu nehmen?“, schreibt Kathrin Weise an die MZ, „es ist doch tödlich. Wir wollen nicht noch ein Traditionsunternehmen verlieren.“

Heike Maurer, die Inhaberin von Augenoptik Schlöhlein direkt an der Ecke vom Altmarkt, hat auch damit gerechnet, dass man nicht ganz pünktlich fertig wird. „Noch so lange, ich bin geschockt“, sagt sie, „obwohl ich immer versuche, nach vorn zu denken, Optimist zu sein, aber allmählich mache ich mir auch Sorgen. Und wir spüren es ja insgesamt an den Kunden und Besuchern in der Innenstadt.“ Dazu kommt für alle entlang der Baumaßnahmen: Es nervt allmählich. Lärm, Dreck, Umleitungen, Sperrungen. Dennoch gibt es kaum jemanden, der es nicht vernünftig findet, „alles auf einen Ritt zu machen“. So sieht es auch Jürgen Schwier vom Kaufhaus Schwier direkt neben dem Rathaus. Ihn belastet es allerdings mehr, dass die Straßen nicht frei sind. „Der Altmarkt selbst ist für mich nicht so ein großes Problem“, sagt er, „wenn man nur endlich wieder fahren könnte.“