Kalorienbomben auf der Spur
Hohenmölsen/MZ. - An der "Ernährungsstrecke", die Auszubildende und Absolventen der Diät-Assistenten-Schulen Altenburg und Leipzig betreuen, werden Katja Wenzlaff (21) und Andrea Ecke (22) mit Fragen rund um die Lebensmittelpalette bombardiert: Wieviel Fett enthält eine einzige Praline der Marke Mon Cherie als Kalorienbombe? Welche Margarine ist besonders geeignet für Diabetiker? So wie Harald Schiedt (65), der seit 17 Jahren mit der Zuckerkrankheit lebt, und Ehefrau Rosemarie aus Weißenfels, Heinz und Siegrid Schaller aus Zeitz informieren sich Hunderte in Räumen des Diabetes-Schulungszentrums unter dem Motto "Diabetiker leben gesund". Schlangestehen ist ebenso beim Blutzuckertest, bei Fettmessungen und dem Ermitteln des Fußsohlendrucks angesagt. Welche Alternativen des gesunden Bewegens es für Zuckerkranke zum Joggen gibt, präsentieren Fitnessstudios und Sportvereine. Außerdem beteiligen sich Unternehmen wie das Weißenfelser Sanitätshaus Fischer mit Angeboten für Diabetiker. Irmtraud Gnoyke aus Markwerben nutzt den Vormittag, um Werbung für ihre Podologische Praxis zu machen und über medizinische Fußpflege zu informieren. "Mein Mann und ich sind zum sechsten Mal dabei", erklärt Christa Wlassak (70) aus Lützen. "Heute wollen wir Neues erfahren, vor allem zur Ernährungstabelle und zu Messgeräten für den Blutzucker", ist sie gespannt auf die verschiedensten Angebote. Helga Eck aus Hohenmölsen möchte so einen Tag wie den für Diabetiker und deren Angehörige nicht missen, weil er der Aufklärung und Information dient. "Ich bin selbst betroffen von dieser Krankheit und gehöre der Selbsthilfegruppe an", erzählt die 62-Jährige. Dabei staunt die Rentnerin über den Trubel. "Ich habe das Gefühl, von Jahr zu Jahr werden es mehr Menschen, die den Diabetikertag besuchen.
Mit so viel Resonanz - im Vorjahr waren es etwa 650 Bürger - hat Dr. Karsten Milek nicht gerechnet. "Ich bin überwältigt, es müssen wohl tausend sein", schätzt der Arzt für Ernährungsmedizin. Die gute Vorbereitung seines Teams, das "überregional tätig ist und die Sprache der Diabetiker spricht", habe sich ausgezahlt.