1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Zeitz
  6. >
  7. Hochwasserkatastrophe: Hochwasserkatastrophe: Tief beeindruckt von der Not Betroffener

Hochwasserkatastrophe Hochwasserkatastrophe: Tief beeindruckt von der Not Betroffener

Von Heike Riedel 16.08.2002, 14:20

Weißenfels/MZ. - "Mancher hat nichts mehr, nur noch die Kleider auf seinem Leib, da muss man einfach helfen." Der 27-jährige Feuerwehrmann Torsten Schubert aus Lützen steht noch ganz unter dem Eindruck der beim Einsatz in Bitterfeld erlebten Situation und ruft die Feuerwehren des Landkreises auf, in ihren Orten eine Spendenaktion für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Sachsen-Anhalt zu organisieren.

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung Lützen hat der Katastrophenschutzzug Wasser schon damit begonnen, Geld für die Geschädigten zu sammeln. Am meisten gehen den Feuerwehrleuten die Schicksale ihrer Kameraden aus den Katastrophengebieten zu Herzen. "Während sie irgendwo geholfen haben, haben sie selbst das Dach über dem Kopf verloren", berichtet Torsten Schubert von einem der härtesten Fälle.

Die neun Feuerwehrleute aus Lützen und neun aus Bothfeld, die von Mittwoch Nachmittag bis Donnerstag Mittag in Bitterfeld im Einsatz waren, haben gemeinsam mit Löschzügen aus dem Landkreis Merseburg-Querfurt und Angehörigen der Bundeswehr einen etwa 200 Meter langen Damm gesichert, der den Chemiepark sowie Gärten und Wohnhäuser von Greppin vor den Wassermassen schützen muss.

Über die Verantwortlichen des Brand- und Katastrophenschutzes des Landkreises werden einige der spontan geborenen Hilfsaktionen koordiniert. So stehen nahezu 40 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes ab sofort bereit, Sachspenden entgegenzunehmen. Gut erhaltene Bekleidung, Decken, Matratzen, Schlafsäcke werden jetzt sofort gebraucht. Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch die Entgegennahme von Möbeln organisiert. Für Geldspenden über das DRK stehen Sammelbehälter und das Konto 41 41 41 (Bankleitzahl 370 205 00) bei der Bank für Sozialwirtschaft (Stichwort: "Nachbarn in Not") bereit.

Die MZ-Leserin Ramona Trzebinsky würde am liebsten vor Ort helfen, sagt sie am Telefon und ist bereit Unterkunft für Betroffene bereitzustellen. Sie regt an: "Wenn Weißenfels dieses Mal bei einer Hochwasserkatastrophe schon zu den Städten gehört, die feiern können, dann sollten auch die Hochwasseropfer etwas davon haben. Vielleicht könnten die Künstler und Veranstalter auf einen Teil ihrer Gagen verzichten oder es werden Eintrittsgelder zugunsten einer Spendenaktion erhoben."

In Großgörschen können sich Hilfsbereite bei Bürgermeister Heinrich Hexel melden, denn die Gemeinde organisiert einen dreitägigen Hilfseinsatz, der Sonntagabend startet. Mit Lebensmitteln, Windeln, Taschentüchern und anderen Verbrauchsmaterialien, die jetzt in den überfluteten Städten und Dörfern dringend gebraucht werden, will Samstagmittag eine Abordnung der Jugend des SV Meuchen aufbrechen, informierte Uwe Graner.