Freiwillige Feuerwehr Salsitz Freiwillige Feuerwehr Salsitz: Wehr fürchtet keinen Radfahrer mehr
Salsitz/MZ. - Gerhard Tille kann es kaum Fassen. "Nun ist mein Traum doch noch in Erfüllung gegangen", erklärt der Feuerwehrmann, der 53 Dienstjahre in der Freiwilligen Feuerwehr Salsitz auf dem Buckel hat. Stolz blickt der ehemalige Wehrleiter auf das nagelneue Löschfahrzeug, das am Sonnabend im Beisein von Vertretern der Gemeinde, der Verwaltung Droyßiger-Zeitzer-Forst, des Regierungspräsidiums und benachbarter Wehren in Dienst gestellt wurde.
Anemone Just, Bürgermeisterin der Gemeinde Grana, ließ die Entwicklung noch einmal Revue passieren. Am 27. Februar 1976 erhielt die Salsitzer Wehr einen LO. Trotz guter Wartung und Pflege gingen die Jahre an dem Fahrzeug nicht spurlos vorüber. Das Drama erreichte seinen Höhepunkt, als der LO - mit Sondersignal unterwegs - auf einer leichten Steigung in Grana von einem Radfahrer überholt wurde. "Das war gegen die Ehre jedes Feuerwehrmanns", erklärte Frau Just. Voller Empörung sprachen die Feuerwehrleute beim ehemaligen Bürgermeister vor und setzten ihm mit den Worten "Wenn du dir nicht bald etwas einfallen lässt, kannst du die Einsätze selbst fahren" förmlich das Messer auf die Brust. Gemeinde und Verwaltung handelten. Ein Löschfahrzeug wurde ausgeschrieben.
Zwischenzeitlich häuften sich an dem alten Feuerwehrfahrzeug die Reparaturen. Das Fahrwerk spielte verrückt. Bremsen und Motor streikten, so dass die Wehr bei Einsätzen oft auf Nachbarschaftshilfe angewiesen war.
Im Juli 2001 kam das endgültige Aus. Frau Just: "Mit einem Motorschaden blieb der LO nach einem Einsatz im Gewerbegebiet Grana auf der Strecke." Die Droyßiger Wehr half mit einem Leihfahrzeug aus, das sie den Salsitzern kostenlos zur Verfügung stellte. Anfang April wurde das neue Löschfahrzeug abgeholt und in Absprache mit den anderen Wehren bestückt und aufgebaut.
54 000 Euro flossen an Fördermitteln vom Land, aus dem Haushalt der Gemeinde kamen 13 000 Euro dazu. "Das heute in Dienst gestellte Löschfahrzeug LF 8/6 ist derzeit das modernste im Burgenlandkreis", erklärt die Bürgermeisterin und übergibt Wehrleiter Lutz Böhme symbolisch den Schlüssel. Dieser stellt sodann den Gästen die Technik vor.
"Der LF 8 verfügt über das One-Seven-System. Aus einem Tropfen Wasser werden sieben Tropfen Tropfen Schaum", ist zu erfahren. Zur Bestätigung drückt Böhme einen Knopf. Maschinist Ulf Hanke, der sich in einem Lehrgang mit der neuen Technik vertraut gemacht hat, hält die Spritze gezielt auf einen großen Stapel trockener Äste. Im Nu wird dieser von einer weißen Schicht umhüllt. "Mit diesem Trockenschaum kann man beispielsweise Giebel abdecken, ohne dass alles nach einer halben Stunde wieder herunterläuft", sagt Böhme. Bis zu sechs Stunden bleibt der Schaum haften. Auch Autobrände können damit ohne große Rauchentwicklung bekämpft werden.