"Es wird Zeit" ""Es wird Zeit"": Friseure Baumärkte Blumenläden: Zeitzer freuen sich über Lockerungen"

Zeitz - Die Zeitzerin Karin Janusch war am Montag erst beim Friseur, dann kaufte sie Frühlingsblumen im Blumenlädchen in der Innenstadt, das wieder öffnen durfte. Sich etwas Gutes tun, nennt sie es. Ein Stück mehr Normalität, so empfinden das viele Menschen, wenn sie jetzt wieder zum Friseur gehen, im Baumarkt oder Blumenladen einkaufen können.
Hans Gruner ist mit seiner Frau sogar aus Gera zum Bauhaus in Grana gekommen. „Wir kaufen seit vielen Jahren hier ein und freuen uns, dass jetzt endlich wieder geöffnet ist“, meint er. „Auch wenn es grad wieder kälter ist, geht es doch im Garten los.“ Gruner hat eine „kleine Liste“ mit allem, was er dringend zum Werkeln benötigt. Seine Frau ist schon bei den Pflanzen unterwegs, sagte er lachend. Auch andere Kunden haben Pflanzen, Blumenerde und alles für den Start im Garten im Einkaufswagen.
Freude über die Öffnung von Baumärkten
Holger Döring hat gerade bei Toom in Zeitz-Ost eingekauft. „Ich bin am Renovieren, wir haben schon den Bestell- und Abholservice reihum genutzt, aber so ist es viel besser und einfacher.“ Man merke aber, dass die Leute darauf gewartet haben, bemerkt er mit dem Blick auf den vollen Parkplatz. Der ist auch bei Hellweg in der Weißenfelser Straße sehr gut belegt. Ein Ehepaar kommt mit zwei voll beladenen Wagen aus dem Markt. „Gerade zur richtigen Zeit“, meinen die Zeitzer, „wir haben fürs Frühjahr einiges vor, das geht ohne Baumarkt nicht.“
Anders als im Supermarkt sei das Einkaufen auch nicht, wenn sich alle an die Regeln halten und kontrolliert würde, wie viele Leute sich im Markt aufhalten. „Gerade jetzt, wo das Frühjahr beginnt und man draußen was tun und pflanzen will, ist das ein gutes Signal für die Leute, dass die Baumärkte wieder auf sind“, meint die Frau. Nicht nur die, auch die Blumenläden dürfen wieder öffnen.
Blumenläden öffnen ihre Türen
Ein guter Tag für Vu Van Thanh in der Zeitzer Innenstadt. Schon seit einigen Tagen hat sie alles vorbereitet, jetzt stehen Pflanzen vorm Geschäft, es gibt viele bunte Schnittblumen und Töpfe mit Zimmerpflanzen. „Die Leute freuen sich auch“, sagt sie, „ich habe viele Kunden, die schon lange hier einkaufen. Und die wollen jetzt Stiefmütterchen und Primeln kaufen.“
Nun könne man sich den Frühling ins Haus holen, meint eine Zeitzerin. „Und vor allem in der Innenstadt einkaufen. Ich wünsche den anderen Händlern, dass sie auch wieder öffnen dürfen.“ Wenn nur ein oder zwei Kunden ins Geschäft dürfen, sei das doch kein Problem. Auch Vu Van Than achtet darauf, dass die Kunden die Regeln befolgen. „Aber das machen sie, das klappt sehr gut“, meint sie.
„Es wird aber auch Zeit, dass die Friseure endlich wieder öffnen dürfen"
Bei Friseurmeisterin Ronny Schmidt in Osterfeld geht es am Montag Schlag auf Schlag. „Seit zwei Wochen vergebe ich wieder Termine. Derzeit bin ich im Terminbuch bei Ende März angekommen. Lediglich weniger aufwendige Frisuren kann ich derzeit noch dazwischen schieben“, sagt die 47-Jährige, während das Telefon schon wieder klingelt. Eine Stammkundin vom Rhein, die regelmäßig mit ihrem Wohnwagen am Mondsee Station macht und in Osterfeld zum Friseur geht, hofft auf einen schnellen Termin. Doch Ronny Schmidt muss sie auf einen späteren Zeitpunkt vertrösten.
Ein Ehepaar aus Teuchern hat da mehr Glück, es gehört zu den ersten Kunden, die sich am Öffnungstag verschönern lassen können. „Es wird aber auch Zeit, dass die Friseure endlich wieder öffnen dürfen. Es ist purer Zufall, dass ich heute am ersten Tag da bin, denn ich habe den Termin schon im Oktober vereinbart“, berichtet die Stammkundin während die Haarfarbe auf ihrem Kopf einwirkt.
Und während sie wartet, geht es ihrem Ehemann ans Haupthaar, auch das ist in den zurückliegenden Wochen ziemlich aus der Form geraten und Ronny Schmidt muss es bändigen. „Insgesamt planen wir jetzt sowohl bei Frauen als auch bei Männern mehr Zeit ein, denn bei vielen sind die Haare ganz schön gewachsen“, sagt die Friseurin. Von den drei Plätzen in ihrem Salon darf sie nur zwei nutzen und auch die sind mit einer Plexiglasscheibe abgetrennt, so das alles nach den vorgeschriebenen Hygieneregeln ablaufen kann.
Schon Erfahrung
Salonbesitzer freuen sich, ihre Kunden wieder zu sehen
Darin allerdings hat man in Osterfeld wie in anderen Friseursalons auch schon Erfahrung, denn bereits nach der Schließung im Frühjahr hat sie ihren Salon fit für die Corona-Pandemie gemacht und ihn mit Desinfektionsspendern und Plexiglasscheiben ausgerüstet. Selbst Kunden, die früher zum Termin erscheinen, können nicht einfach im Salon Platz nehmen, sondern müssen auf den Stühlen draußen vor dem Salon warten.
„Ich bin schon froh, dass wir endlich wieder öffnen können, wenngleich ich in den knapp 25 Jahren, die ich den Salon führe, noch nie so eine besinnliche Weihnachtszeit hatte“, sagt sie und gewinnt der Situation zumindest für die Weihnachtszeit durchaus etwas Gutes ab. Auch Anja Pommer, die im selben Salon Fußpflege anbietet, freut sich, endlich wieder Kunden behandeln zu können. „Gerade für die alten Leute ist das so wichtig und notwendig. Wo sollen sie denn hingehen, wenn sie etwas an den Füßen haben, am Ende bleibt ihnen nur der Weg zum Arzt“, meint Anja Pommer. (mz)