Dieter Kmietczyk geht in Widerspruch
Zeitz/MZ. - Und genau da folgt dann der kollektive Vorwurf des Stadtrates an den Oberbürgermeister, er habe die Stadt finanziell an die Wand gefahren. Dieter Kmietczyk zählt es emotionslos auf, fügt hinzu, damit wäre ihn betreffend die Absicht zwar erreicht, nur in Wirklichkeit auf Kosten der Stadt.
Allerdings hofft er immer noch, dass sich der Stadtrat doch mehrheitlich zu einer externen Organisationsuntersuchung bekenne und dieses falsche Spiel nicht mitspiele. Der Hauptausschuss hatte, nichtöffentlich versteht sich, mit sechs Stimmen gegen die Untersuchung gestimmt, nur ein Stadtrat war dafür. Der Gemeinschaftsausschuss Zeitzer Land hatte 6 zu 6 gestimmt, Bürgermeister der Gemeinden pro Untersuchung, Stadträte dagegen. Abgelehnt.
Kmietczyk wird in Widerspruch gehen. Zu viel steht aus seiner Sicht für die Zukunft der Stadt auf dem Spiel. "Wir sind mitten in der Haushaltskonsolidierung, das Land plant weitere Einschnitte", erklärt er, "die Kommunen haben keine Möglichkeit mehr, noch mehr zu leisten." Die externe Organisationsuntersuchung, die er gegen alle Widerstände der Stadträte will, würde objektiv und von außen betrachtet aufzeigen, wie viele Mitarbeiter die Verwaltung tatsächlich braucht. Und ob alle richtig eingruppiert sind. Die Untersuchung, die der Burgenlandkreis bereits durchgeführt hat, ging davon aus, dass die Mitarbeiter eine Zeitspanne lang aufschrieben, was sie tagtäglich tun. Das wurde dann hochgerechnet auf das Jahr, erläutert der OB, so wurde der Personalbedarf - wohl eher Pi mal Daumen - ermittelt. Ein externes Büro würde den Arbeitsaufwand in Fallzahlen ermitteln und mit dem Durchschnitt der Bearbeitungszeit multiplizieren, um so den Arbeitskräftebedarf zu errechnen, mal einfach gesagt. Neutral und objektiv von außen. Das wäre dann die Verhandlungsgrundlage nach Auslaufen der jetzigen 35-Stunden-Regelung für die Beschäftigten in der Verwaltung. Denn Kmietczyk will den nötigen und zugleich bezahlbaren Personalbedarf nicht über Reduzierung der Mitarbeiter, sondern über Reduzierung der Arbeitszeit erreichen.