Burgenlandkreis Burgenlandkreis: Herz schlägt für alte Pferde und für die Natur
SCHKAUDITZ/MZ. - Alena Krumbholz ist eine Zugezogene. Doch damit hat sie kein Problem. Die 28-Jährige wird von den Schkauditzern angenommen und fühlt sich in dem 155-Seelen-Dorf zu Hause. 2002 zog sie mit ihrem Mann Ives hierher. Sie selber stammt aus Dresden-Wilsdruff, die "bessere Hälfte" wuchs in der Nähe von Apolda auf.
Alena Krumbholz hat ein Herz für Tiere. "Vor allem für ältere", betont sie und zeigt auf die Wiese hinter dem Haus, wo sechs Pferde grasen. Garfield, ein Württemberger Warmblut, zählt 24 Jahre und Karino 21. Onyx ist zwar erst zwölf Jahre, leidet aber an Arthrose und hat daher als Reitpferd ausgedient. Die älteren Tiere bringt nichts so leicht aus der Ruhe und sie haben sich einen ruhigen Lebensabend verdient, befindet die junge Frau. Außerdem seien die Pferde immer noch mit Begeisterung dabei, wenn es in die Flur zum Reiten geht. Nicht alle Tiere auf der Koppel gehören Alena Krumbholz. Sie hat mit Gleichgesinnten eine Stallgemeinschaft gegründet und will auf dem Hof Reitstunden anbieten. Ohne Turniere und Leistungsdruck, einfach nur zur Entspannung.
Das Halten von Pferden war der Grund dafür, warum Alena und Ives Krumbholz im Internet nach einem Bauernhof Ausschau hielten. "Bauernhöfe werden zwar viele angeboten, doch bei den meisten gibt es keine Wiese dazu", spricht die junge Frau. Nur in Schkauditz "winkten" noch dreieinhalb Hektar Land, so dass es das Paar hierher verschlug. Ihre Entscheidung haben die beiden bis heute nicht bereut. "Hier ist es einfach herrlich. Wir sind von Feld und Wald umgeben", schwärmt Alena Krumbholz über die Nähe zur Natur. "Und wenn man mal Hilfe braucht, ist immer jemand da, an den man sich wenden kann", spricht sie über die Hilfsbereitschaft in dem zur Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst zählenden Ort.
Nachbarin Antje Kummer zieht vor den jungen Leuten den Hut. Mit dem Vierseithof, der unter Denkmalschutz steht und schon dem Verfall preisgegeben war, haben sich die jungen Leute eine ganze Menge Arbeit aufgebürdet. "Ich staune immer wieder darüber, wie sie das schaffen. Hier hat sich schon so viel geändert", sagt sie und freut sich. Alena Krumbholz kramt Fotos hervor, die kurz nach dem Umzug entstanden. Aus der alten Scheune wuchsen schon die Bäume durchs Dach, das wenig später zusammenfiel. Heute verfügt das Gebäude, das Reithalle werden soll, über ein neues Dach. "Mein Mann macht vieles selbst", lobt die junge Frau die handwerklichen Fähigkeiten ihres Ives. Für verschiedene Baumaßnahmen gab es Fördermittel über die Dorferneuerung. "Über den Denkmalschutz selbst gibt es kein Geld." Alena Krumbholz kommt auf Denkmalpfleger Gerd Seidel zu sprechen, der den frischgebackenen Hofbesitzern bei den Bauvorhaben beratend zur Seite stand. "Bei Gerd Seidel hat Alena auch einen Lehrgang zum Regionalführer absolviert", erzählt Antje Kummer über weitere Aktivitäten ihrer Nachbarin. Die hatte sofort ihre Bereitschaft signalisiert, als sie erfuhr, dass in der Verbandsgemeinde Regionalführer ausbildet werden. Auch sonst engagiert sich die Neu-Schkauditzerin im Dorf. Obwohl sie einen drei Jahre alten Sohn zu betreuen hat, die Woche über zu Hause alles alleine managen muss, weil der Mann in Berlin arbeitet und "nebenbei" in Jena Mathe und Chemie auf Lehramt studiert. Wie sie alles unter einen Hut bekommt? "Ganz einfach. Das ist nur eine Frage der Organisation", sagt sie und winkt bescheiden ab. So bringt sie sich ganz selbstverständlich als Gründungs- und Vorstandsmitglied aktiv im Heimat- und Kirchenverein Schkauditz ein und ist auch am Sonntag beim Denkmaltag aktiv. Von 10 bis 18 Uhr kann die Kirche Schkauditz besichtigt werden. Auf Wunsch steht Alena Krumbholz für Führungen bereit.