Angler kümmern sich um ihren Teich
Kayna/MZ. - Das Nachtangeln fiel in diesem Jahr für die 32 Mitglieder zählende Ortsgruppe Kayna des Kreisanglervereins "Weiße Elster" Zeitz nicht berauschend aus. Zwar hingen 28 Ruten im Langen Teich, aber lediglich Markus Zickner, der Ortsgruppenverantwortliche, fing zwei Aale. "Fische sind genügend im Wasser", versichert der 18-Jährige, der in Meuselwitz eine Lehre als Zerspanungsmechaniker absolviert. In den zwei Teichen, die in der Länge rund 250 Meter messen und in der Breite gut 60, sind unter anderem Karpfen, Hechte, Aale, Barsche und Rotfedern zu finden.
Aber nicht nur zum Angeln kommen die Petrijünger. Sieben Arbeitseinsätze, die sie in den letzten Monaten leisteten, liegen bereits hinter ihnen. Mehrmals wurden bereits Fadenalgen herausgeholt. Arbeit gibt es jede Menge: Gras mähen, Wege befestigen und sauber halten. Die Angler halten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg: Zwar gebe es mit der Gemeinde insgesamt eine gute Zusammenarbeit. Aber wünschen würden sie sich, dass die Gemeinde auch beim Grasmähen Mal mit hinlangen würde, nämlich das Stückchen Fläche, das nicht den Anglern gehört. Vielleicht komme man miteinander noch ins "Geschäft", zeigt sich Zickner zuversichtlich. Immerhin gehen viele Einwohner rings um das 1,9 Hektar große Gewässer, das in zwei Bereiche untergliedert ist, gern spazieren.
"Vielleicht könnte man hier auch Bänke hinstellen", spricht Inka Barthel, die gerade mit ihrem schwarzen Labrador vorbeikommt. Ihr gefalle es hier ausgesprochen gut, meint die 36-Jährige. "Haben wir schon hingestellt", erklärt Gerhard Zickner und winkt leicht genervt ab. Nicht mal zwei Tage habe es gedauert, dann wurden die Bänke zerstört, eine gar ins Wasser geschmissen. "Sind das nicht ein bisschen viel Algen?", fragt Inka Barthel. Zurückzuführen seien die unter anderem auf die gestiegene Wassertemperatur und darauf, dass es keine Winterauskühlung gegeben habe, erklärt ihr Gewässerwart Christoph Schumann. Nicht glücklich sind die Angler, wie es im Bereich der großen Schnauder aussieht. Meterhoch wachsen Pflanzen und Büsche. Der Unterhaltungsverband "Weiße Elster" habe sich vor Jahren hier zum letzten Mal blicken lassen.
Die Teiche sind ungefähr 70 Zentimeter bis 1,20 Meter tief. Zu finden ist dort jede Menge Schlamm. "Einen Bagger kriegen wir dort nicht hin. Der ist auch viel zu teuer", so Schumann. Vieles scheint machbar, den Schlamm herauszuholen, möglicherweise auch mit Pumpen. Aber all das stelle einen Eingriff in die Natur dar, der so nicht gewollt ist. Das sei auch anders möglich: Mit Gesteinsmehl beispielsweise könne man Selbstreinigungskräfte fördern. Damit werden Bakterien angeregt, die die organische Masse fressen. Zu 80 Prozent könne man auf diese Weise den Schlamm verringern. Noch im August soll mit dem Einbringen des Gesteinsmehls begonnen werden.
Der Zufluss zu den Teichen erfolgt von der großen Schnauder aus. Um den gröbsten Unrat abzufangen, seien dort schon dreimal Abweiser eingebaut worden mit dem Ergebnis, dass die jedes Mal entwendet wurden. Und noch ein Problem haben die Angler: Es gibt eine richtige Bisamratten-Plage. Der Damm, der die zwei Teiche trennt, wird von den Tieren unterhöhlt. Jagen dürfe man sie nicht, sie zählen für den Jäger nicht zum jagdbaren Wild. "Glücklich sind wir mit dieser Auffassung nicht", so Markus Zickner. Schließlich müsse man ohnmächtig mit anschauen, wie die Bisamratten mehr und mehr Schaden anrichten. An einigen Stellen drücke schon das Wasser durch. Ein Teil des Ufers wurde bereits eingebüßt.