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Aktionstag «Mobiles Klassenzimmer» Aktionstag «Mobiles Klassenzimmer»: Ei-Matsch auf Lehrertisch

Von Torsten Gerbank 15.05.2002, 16:50

Zeitz/MZ. - Für Janine Müller steht fest: In der Zukunft achtet sie mehr als bisher darauf, dass sie beim Radfahren einen Sturzhelm trägt. Denn ohne ihn könnte ein Sturz für ihren Kopf fatale Folgen haben. Ein Experiment verdeutlichte der Schülerin der fünften Klasse der Sekundarschule I in Zeitz am Mittwoch die Gefahr. Sie ließ vor Mitschülern rohe Eier aus etwa 80 Zentimetern Höhe einmal ungeschützt und einmal mit Miniatur-Sturzhelm auf den Lehrertisch plumpsen. Während das ungesicherte Ei als Matsch endete, überstand das "behelmte" den Fall unbeschadet. "Seht Ihr, wie wichtig ein Schutz für den Kopf ist?" fragte Polizeioberkommissar Bernd Müller. Die Schüler nickten.

Im Rahmen des Projekttages "Mobiles Klassenzimmer", den Beamte des Dezernats Prävention der Polizeidirektion Merseburg und des Zeitzer Polizeireviers in Zusammenarbeit mit der Schule am Mittwoch durchführten, erfuhren rund 60 Mädchen und Jungen mehr über das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Doch der Tag, auf den sie sich in der jüngsten Vergangenheit gedanklich vorbereitet hatten, bot mehr als nur Verkehrserziehung. Die Sekundarschüler erhielten von Kriminalhauptmeisterin Dagmar Engel einen Einblick in die Arbeit der Kriminalisten. Gemeinsam mit Constanze Wiehl, pädagogische Mitarbeiterin an der Sekundarschule, unterhielten sie sich über Drogen und Süchte und wie man ihnen begegnen kann.

Außerdem hatten die Kinder die Möglichkeit, der Polizei bei einer Geschwindigkeitskontrolle in der Gleinaer Straße über die Schulter zu schauen. Und nicht nur das, sie forderten Kraftfahrer dazu auf, stets nur so schnell zu fahren wie es erlaubt ist und auf Kinder besondere Rücksicht zu nehmen. Die Polizei stoppte nicht nur Raser, sondern auch diejenigen, die die zulässige Geschwindigkeit von 50 km/h nicht überschritten. Deshalb war Anetta Meyer (47) zunächst auch überrascht, als sie anhalten musste. Cindy Möckel (10) und Daria Burzew (11) erfuhren von der Kraftfahrerin, dass sie immer bemüht sei, vorgegebene Geschwindigkeiten nicht zu überschreiten. Des Weiteren äußerte Frau Meyer Verständnis für die Aktion. Sie plädierte sogar dafür "so etwas auch mit älteren Menschen zu machen". Ein anderer Kraftfahrer, der jedoch zu schnell unterwegs war und mit einem blauen Auge davonkam, erklärte, dass dies ein Ausrutscher gewesen sei. Die Kinder hegten Zweifel an der Aussage. "Ich denke, dass manch einer eher flunkert und nicht zugibt, dass er immer mal schneller fährt als erlaubt", sagte Cindy.

Lehrerin Heike Peters (38) freute sich: "Es ist ein Spitzentag und eine tolle Sache. Wann hat man denn sonst Gelegenheit, so hautnah Polizeiarbeit kennen zu lernen?" fragte sie, ohne Antwort zu erwarten.