Abschied folgt Wiedersehen
Droyßig/MZ. - Anna, Kristina, Tatew und die beiden Emmas nahmen am Dienstag mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied von Droyßig. Die Mädchen aus der Hauptstadt Armeniens bedauerten, dass die erlebnisreichen Tage schon wieder vorüber waren und es ans Abschiednehmen ging. Zugleich fieberten sie einem Wiedersehen entgegen. Läuft alles nach Plan, steht im kommenden Herbst oder spätestens im Frühjahr ein Gegenbesuch seitens der Droyßiger ins Haus.
Drei Wochen lang weilten die vier Mädchen aus der neunten Klasse der Schule Nr. 6 in Jeriwan mit ihrer Deutschlehrerin Rusanna Arakelyan auf Einladung des Kultusministeriums des Landes in Sachsen-Anhalt. Sieben Tage hielten sie sich mit elf weiteren Schülern aus Armenien in Halle auf. Sie machten sich unter anderem mit der Landeshauptstadt Magdeburg vertraut, wo sie das Hunterwasserhaus besichtigten, sahen sich Museen an und unternahmen einen Abstecher ins Hallorenwerk.
Am Christophorusgymnasium Droyßig wurden die Gastschülerinnen in das schulische Leben integriert und auch in außerunterrichtliche Veranstaltungen mit einbezogen. So nahmen die jungen Damen aus Jeriwan unter anderem mit den Gymnasiasten der 9 d an einer Klassenfahrt nach Dresden teil und drückten zusammen mit jener Klasse die Schulbank. "Dadurch konnten die Schüler ihr Deutsch verbessern und Kenntnisse über Land und Leute vertiefen", sprach Rusanna Arakelyan über den Aufenthalt in Sachsen-Anhalt.
Für die Deutschlehrerin und stellvertretende Leiterin der armenischen Partnerschule selbst waren es unvergessliche Tage. Nicht nur sie, sondern auch die Jugendlichen an ihrer Seite zeigten sich beeindruckt von der Gastfreundschaft der Familien, der Schulleitung und Lehrer.
Emma Arakelyan schwärmte von den Gasteltern, der Familie Böttcher, samt Kinder Beatrice (15) und Maximilian (6). "Alle waren sehr nett und aufmerksam zu mir", erzählte die 15-Jährige, die seit sechs Jahren an der armenischen Schule Deutsch als Fremdsprache lernt. Beatrice und Emma hatten sich auf Anhieb prima verstanden.
Genau wie Anna Sardaryan mit Kristina Schlag, Tatew Asatryan mit Anne Krumbholz und Emma Tschertschinyan mit Helene Köppen. So war der Abschied kein Abschied für immer. Die Mädchen aus Armenien und aus der Schule in Droyßig wollen Kontakt halten und freuen sich jetzt schon auf ein Wiedersehen.