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Zum Jahresende geht Licht endgültig aus

Von Karina Blüthgen 12.10.2007, 16:52

Globig/MZ. - Denn zum Jahresende schließt die Einrichtung in dem Ort, muss schließen. "Uns fehlt einfach das Geld", nennt Bürgermeister Gerhard Schulz einen entscheidenden Grund, der in Zeiten der Haushaltskonsolidierung schwer wiegt. Dazu kommt, so Schulz, dass der Kommune das Gebäude nicht gehört. Was bedeutet, dass dafür Miete gezahlt werden muss. "Die Entscheidung ist dem Gemeinderat nicht leicht gefallen, und sie war auch nicht einstimmig."

Mit einer gewissen Hilflosigkeit hatten Eltern und Erzieherinnen den Beschluss des Gemeinderates zur Kenntnis genommen, der bereits im April gefallen war. Im Juli gab es eine Elternversammlung, bei der die Schließung bekannt gegeben wurde. Neu ist das Thema allerdings nicht. "Mein Sohn Adrian ist seit fünf Jahren hier in der Kita, seither geht die Diskussion", sagt Katrin Isaak. Im vorigen Jahr seien sogar noch einmal die Gebühren um 30 Euro angehoben worden. Aber auch dies hat die Schließung nicht verhindern können, hat sie allenfalls hinausgezögert.

Ausgelegt sind die Räume für etwa 45 Kinder, derzeit werden 16 Kinder aus Globig, Bleddin und einige aus Schnellin betreut. Es hätten 25 Kinder sein können, erzählen die Mitarbeiterinnen. So manche Familie habe ihr Kind, als das Aus bekannt wurde, gleich in einem anderen Ort angemeldet. "Nach der Wende hatten wir sogar mal 64 Kinder inklusive Krippe hier", erinnert sich Elke Schütze, die seit 33 Jahren im Kindergarten Globig arbeitet. "Damals haben wir auch noch selber gekocht."

Nun hat sich die Leiterin arbeitslos gemeldet. 52 Jahre ist sie alt, die Hoffnung, irgendwo eine neue Anstellung zu finden, ist gering. Ihre Kollegin Doreen Kleinfeld hat auf mehrere Bewerbungen bereits Ablehnungen erhalten. Und auch die Reinigungskraft steht Ende des Jahres ohne Arbeit da.

Worüber sich jedoch die Eltern ärgern, ist, dass de facto die Einrichtung bereits ab Anfang Dezember schließt, weil sie noch geräumt werden muss. "Das hätte man uns auch gleich sagen können, nicht erst im August. Etliche hatten ihre Anträge bei anderen Kindereinrichtungen schon abgegeben und mussten sie dann noch einmal ändern", sagt Katrin Isaak. Sinnvoll wäre es zudem gewesen, zumindest das Schuljahr noch zu beenden. "So müssen sich die älteren Kinder für ein halbes Jahr noch umgewöhnen. Manche geben für die kurze Zeit ihr Kind gar nicht mehr in eine andere Einrichtung."

Sie selbst hat Wartenburg gewählt, genau wie Sandra Schulzki, auch weil ihre Tochter dann mit den dortigen Kindern zur Schule gehen wird. "Maxi-Sophie hat sich gesträubt", erzählt sie. Sabrina Knape ärgert sich ebenfalls. "Es passt mit dem Fahrweg zur Arbeit überhaupt nicht", meint sie. Bereits jetzt habe die geplante Schließung Auswirkungen auf den Zuzug junger Familien in die Gemeinde, erzählen die Frauen. Elke Schütze stimmt die Entwicklung traurig. "So macht man Dörfer kaputt", sagt sie.