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Spielplatz in den Wallanlagen Spielplatz in den Wallanlagen: Andreasbreite soll allen Generationen Platz bieten

Von irina Steinmann 23.07.2014, 17:08
Auf Sand gebaut. Wer vom Spielplatz kommt, muss erst mal die Schuhe ausleeren, wie am Strand.
Auf Sand gebaut. Wer vom Spielplatz kommt, muss erst mal die Schuhe ausleeren, wie am Strand. Kuhn Lizenz

wittenberg/MZ - Noch am Vortag hatte es so ausgesehen, als dürften die Kinder durchs Absperrgitter auf eine Baustelle gucken. Fertig war da längst nicht alles. Auch an diesem Nachmittag stehen noch zwei Bagger am Rand der Anlage, die Gitter sind auch noch da, hie und da stauben Erdflächen in der Knallhitze des Nachmittags. Doch der Eindruck täuscht. Voilà! Der neue Spielplatz in den Wallanlagen ist in Besitz genommen. Und natürlich haben die Kinder damit nicht so lange gewartet, bis der Oberbürgermeister brav das Bändchen durchgeschnitten hat. Wer zur „Eroberung“ einlädt, darf sich anschließend nicht wundern. Aber das tut ja auch keiner der beteiligten Erwachsenen wirklich.

Grashalme aus Holz

Im Gegenteil halten sie ihre Reden erfreulich kurz, während hinter ihnen ganze Scharen schon herumklettern im „Mikrokosmos“, wie der Spielplatz wegen seiner teils (riesen-)grashalmhohen Holzgeräte bisweilen genannt wird. Margarethe und Ben, beide fünf Jahre jung und aus der Kita „Am Tierpark“, bekommen von all dem offiziellen Teil nichts mit. Zufrieden sitzen sie in einer der Hängematten, die am Rand der Spielanlage auch das etwas ältere Publikum anziehen soll. Margarethe hat schon fast alles ausprobiert, das Trampolin, sagt sie, habe ihr aber am besten gefallen. Ach was, sagt sie dann, „der ganze Spielplatz ist das Beste!“ Dort ist jetzt auch gehörig Betrieb. Nur das sehr gesunde Obst ein liegt ein wenig einsam in der Sonne herum, nebenan am Eiswagen ist umso mehr los. Auch vor dem „Kinderschminken“, unerlässlicher Bestandteil fast jedes Festes, stehen die Kleinen (un-)geduldig an. Ein Stück weg, im Schatten unter den alten Bäumen - und hinter dem Gitter - haben Familien ihre Picknickdecken ausgebreitet.

Auf einer Bank sitzen hübsch nebeneinander vier Senioren und schauen sich das alles an. Und genau so soll das ja auch mal sein, wenn es dann komplett fertig ist, dieses „Andreasbreite“ genannte Teilstück der Wallanlagen gleich neben dem Luthergarten. Der soll nämlich „kein heiliger Hain“ sein, wie der Wittenberger Vertreter des Lutherischen Weltbundes (LWB), Hans Kasch, hervorhebt, sondern mit der umgebenden Nachbarschaft ein „Platz zum Ausruhen“ für alle. Der LWB wie auch Kasch persönlich haben den Bau des Spielplatzes finanziell ein bisschen unterstützt, ebenso die heimische Wirtschaft mit Sachleistungen. Alles in allem schlägt die Anlage trotzdem mit „fast 200 000 Euro“ zu Buche, wie Oberbürgermeister Eckhard Naumann (SPD) die Kinder informiert - wobei er auch die langen Debatten in der Lokalpolitik über Abriss und Ersatz des alten Spielplatzes nicht ausspart. Auf der Andreasbreite fänden sich nun „Nutzungen, die konkurrieren, aber sich vertragen sollen“ - das Spielen der Kinder, das Relaxen der Wittenberger, der Luthergarten mit seinem auswärtigen Publikum.

Sei kein Frosch

Ein schöner Tag. Nur mit dem Frosch in Plüsch, der als Teil des Rahmenprogramms freundlich durch die Menge tapste, musste man echt ein wenig Mitleid haben. Man hätte nicht in seiner Haut stecken wollen, bei 30 Grad im (nicht überall vorhandenen) Schatten.